Deutlicher Gewinnrückgang : BMW will bis Ende 2022 zwölf Milliarden einsparen

Der Münchner Autobauer investiert viel in die Elektromobilität. Das hat nun Konsequenzen. Auch Personalabbau ist im Gespräch.

BMW verschärft den Sparkurs.
BMW verschärft den Sparkurs.Foto: Armin Weigel/dpa

Der Autobauer BMW rechnet in diesem Jahr erneut mit einem Gewinneinbruch und verschärft seinen Sparkurs. Der Vorsteuergewinn werde durch zahlreiche Belastungen und hohe Investitionen in die Elektromobilität deutlich unter den 9,8 Milliarden Euro des Vorjahres liegen, teilte der Münchner Autobauer bei der Bilanzpräsentation 2018 am Mittwoch mit. Bis Ende 2022 sollen deshalb durch zahlreiche Maßnahmen mehr als zwölf Milliarden Euro eingespart werden.

Konzernchef Harald Krüger sagte, BMW müsse an seiner Ertragskraft arbeiten, um die zunehmenden Belastungen und den Umbruch in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos auch künftig aus eigener Kraft stemmen zu können. "Die Transformation unserer Industrie ist in vollem Gange. In diesem Umfeld ist nachhaltig hohe Profitabilität entscheidend, um weiterhin Treiber des Wandels zu sein", ergänzte Finanzvorstand Nicolas Peter.

An der Börse kamen diese Aussichten nicht gut an: Die Aktien lagen mehr als vier Prozent im Minus, der größte Kursrutsch seit einem halben Jahr.

Bereits im vergangenen Jahr hatten hohe Kosten sowie Belastungen aus Wechselkurseffekten und Rohstoffpreisen den Gewinn gedrückt. Die operative Rendite im Autogeschäft schrumpfte dadurch um zwei Prozentpunkte auf 7,2 Prozent. Der Nettogewinn brach um fast 17 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro ein. Für 2019 stellte Krüger eine Ebit-Marge von sechs bis acht Prozent in Aussicht.

Der Absatz soll in diesem Jahr leicht steigen

Von der im Oberklassesegment zu normalen Zeiten üblichen Spanne zwischen acht und zehn Prozent verabschiedet sich BMW damit vorerst. Krüger sagte, diese Spanne bleibe grundsätzlicher Anspruch in einem stabilen Umfeld. Der Absatz soll in diesem Jahr leicht steigen. Finanzvorstand Nicolas Peter sagte, konkrete Prognosen seien angesichts der politischen Unsicherheiten und schwankender Märkte schwierig.

Im laufenden Jahr schmälern zudem steigende Kosten durch die schärferen CO2-Vorgaben das Ergebnis. Die Höhe der Ausgaben bezifferte BMW nicht. Hinzu kommen erneut Belastungen aus negativen Währungseffekten und Rohstoffkosten im dreistelligen Millionenbereich.

Krüger deutete zudem einen Personalabbau an. Die Mitarbeiterzahl solle trotz der Einstellung von IT-Spezialisten in Zukunftsfeldern wie Digitalisierung, autonomes Fahren und Elektromobilität auf Vorjahresniveau bleiben. "Wir haben eine gegenüber den Vorjahren erhöhte natürliche Fluktuation aufgrund geburtenstarker Jahrgänge", hieß es in der Pressemitteilung. Das gebe BMW die Möglichkeit, sich stärker auf die Zukunftsthemen auszurichten und Effizienzen zu heben.

BMW und Daimler bündeln ihre Kräfte

Um sich die Kosten für den Umstieg in die Elektromobilität und selbstfahrende Autos zu teilen, bündeln BMW und Daimler ihre Kräfte. Nach der Gründung einer gemeinsamen Mobilitätsfirma für Carsharing-, Fahr-, Park- und Ladedienste, hatten die beiden Oberklasse-Konkurrenten kürzlich auch die Absicht zur Kooperation erklärt, um die nächste Technologiegeneration des autonomen Fahrens Anfang des kommenden Jahrzehnts auf die Straße zu bringen. Experten halten es für möglich, dass die beiden süddeutschen Autobauer auch auf anderen Gebieten zusammenarbeiten. (Reuters)

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