Wirtschaft : Deutsche Bank für getrennte Stromnetze

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Berlin - Die Europäische Kommission erhält für ihre Politik gegenüber den großen Energiekonzernen Unterstützung durch die Deutsche Bank. In einer Studie ihrer Tochter DB Research wird ausdrücklich die „vollständige Separierung der Energienetze von Erzeugung/Vertrieb“ als die ideale Lösung genannt, um für mehr Wettbewerb in den einzelnen Ländern und auf dem europäischen Markt zu sorgen. „Bis dato ermöglichen die Leitungsmonopole den Stromkonzernen, die Konkurrenten klein und die Preise hoch zu halten“, schreiben die Experten der Deutschen Bank. Sie erwarten aber, dass wegen der nationalen Widerstände nur eine buchhalterische Abtrennung der Stromnetze zu erwarten sei.

Brüssel hatte vor wenigen Wochen den geringen Wettbewerb auf den europäischen Energiemärkten beklagt und dagegen eine Abtrennung der Netze von den großen Konzernen angeregt. Die Bundesregierung hatte daraufhin Sympathien für die Vorschläge gezeigt. Die Regulierungsbehörden Kartellamt und Bundesnetzagentur hatten dagegen gewarnt, die Wirkung dieser Maßnahme zu überschätzen. In der Theorie wäre sie die beste Lösung, würde aber auf Jahre hinaus zu Rechtsstreitigkeiten führen und so den Wettbewerb hemmen, argumentierten die Regulierer.

Aktuell wird darüber spekuliert, dass die Energiekonzerne mit einem Kompromissvorschlag an die EU-Kommission eine Enteignung der Netze verhindern wollen. Demnach hätten mehrere große Konzerne Brüssel angeboten, den Betrieb ihrer Leitungen für Strom und Gas mit den Leitungen der Wettbewerber aus Nachbarländern zu bündeln. Ihm sei davon nichts bekannt, sagte indes der Chef von Vattenfall Deutschland, Klaus Rauscher. Bei der RWE wollte niemand Stellung nehmen zu dem entsprechenden Bericht der „Süddeutschen Zeitung“. Auch der Verband der Elektrizitätswirtschaft wollten den Bericht nicht bestätigen. Offiziell liege zu einer solchen Initiative nichts vor, sagte eine Verbandssprecherin auf Anfrage. hop/AFP

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