Deutschland-Chef Mohamed Bouyaala : Warum C&A jetzt auch Bobbycars verkauft

"Wir haben Druck von den Discountern und von den Fashionanbietern", sagt der Deutschlandchef - und reagiert.

C&A-Logo hängt an einem Geschäft in Düsseldorf.
C&A-Logo hängt an einem Geschäft in Düsseldorf.Foto: Martin Gerten dpa/lnw

Herr Bouyaala, C&A gilt als solide, aber langweilig. Wie wollen Sie weg vom „Kumpel Anton“- oder „cheap&awful“-, also billig und hässlich, Image?

Ob das wirklich unser Image ist, weiß ich nicht. Unsere Kunden sind eigentlich ganz zufrieden mit uns.

Mohamed Bouyaala ist Chef von C&A in Deutschland. Er war früher bei Rewe. Seit Anfang des Jahres arbeitet er für die Textilkette.
Mohamed Bouyaala ist Chef von C&A in Deutschland. Er war früher bei Rewe. Seit Anfang des Jahres arbeitet er für die Textilkette.Foto: M. Gelassi

Aber Sie werden zerrieben zwischen Discountern wie Lidl, Kik, Aldi oder Primark auf der einen Seite und höherpreisigen Fashionanbietern auf der anderen.

Richtig ist, wir stehen in der Mitte zwischen beiden Polen. Wir haben Druck von unten und von oben.

Und wie reagieren Sie darauf?

Wir verschaffen uns Platz – nach unten und nach oben. Nach unten, indem wir den Discountern mit extrem günstigen Preisen begegnen. Nach oben bieten wir den Fashionanbietern Paroli, indem wir unsere Kernkollektion modischer machen und schicker.


Auch teurer?

Es geht nicht um höhere Preise, sondern wir wollen unsere Qualität besser herausstellen. Wir sind etwa Weltmarktführer bei Biobaumwolle. Und wir wollen das Sortiment um Spielzeug, Wohnaccessoires und dekorative Kosmetik erweitern.


Wie soll das gehen?

Wir wollen zusätzliche Artikel ins Sortiment nehmen, etwa Spielwaren. Wir kooperieren mit Simba Dickie, dem größten deutschen Spielzeughersteller, und sammeln hier erste Erfahrungen in Köln. Wenn das funktioniert, weiten wir das Angebot auf weitere Läden aus.


C&A verkauft Bobbycars?

Ja, warum denn nicht? Kindermode ist eines unser größten Segmente. Wir haben hier in Deutschland einen Marktanteil von deutlich mehr als zehn Prozent. Da liegt das doch nahe. Wir denken auch darüber nach, Schnuller oder Babyzubehör zu verkaufen.


Und was noch?

Haushaltswaren, Bettwäsche, Kerzen... lauter Dinge, die man bislang bei uns nicht erwartet.


Machen Sie den Kaufhäusern Konkurrenz?

Nein. Die Sortimente müssen schon zu unserer Kernkollektion passen. Und wir werden auch keine Riesenabteilungen aufbauen, sondern eher einzelne Produkte anbieten.

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