Wirtschaft : Die Märkte bleiben verunsichert

Henrik Mortsiefer

Der Dax hat eine neue Schmerzgrenze: 6400 Punkte. Nach der scharfen Korrektur im Sog der asiatischen Börsen ist das Glücksgefühl beim Erreichen der Marke von 7000 Punkten vorerst Vergangenheit. Die Märkte bleiben verunsichert – zumal die Kurse an den asiatischen Börsen sich nicht wirklich erholen. Bis auf 6444 Zähler rutschte der Dax in der vergangenen Woche ab. Gemessen an den Ständen von Ende Februar ein Minus von fast 600 Punkten. Doch der größte Schock scheint überwunden: Der Index konnte sich bis Freitag wieder auf ein Niveau von 6700 Punkten berappeln. Für die kommende Woche können Anleger wieder zuversichtlich sein. Ein Grund: Die US-Konjunktur entwickelt sich robust. Im Februar ist die Arbeitslosenquote überraschend gesunken. Ein Indiz dafür, dass das Wachstum in den USA anhält.

Vorsicht bleibt aber angebracht, wie die DZ Bank empfiehlt. „Zumal es sein könnte, dass der ein oder andere Risikofonds durch die jüngsten Kursturbulenzen auf dem falschen Fuß erwischt wurde“, schreiben die Analysten. Würde in der jetzigen, nervösen Stimmung ein größerer Hedge-Fonds ins Wanken geraten, ist ein weiterer Crash der Börsen in der Tat sehr wahrscheinlich. Für Anleger heißt dies: Positionen nach unten absichern oder Gewinne mitnehmen. Die DZ Bank rät risikofreudigen Anlegern allerdings auch einen Blick auf die dividendenstarken Titel im Dax. Insgesamt 25 Milliarden Euro schütten deutsche Unternehmen bis Mitte Juli an ihre Aktionäre aus. Wer sich Dividendenstars ins Depot legt, schafft sich im besten Fall ein Polster gegen Kursverluste an anderer Stelle.

Das wird nach Ansicht der Landesbank Hessen-Thüringen auch nötig sein. „Trotz der markanten Stimmungsabkühlung ist unseres Erachtens ein tragfähiger Kursboden noch nicht erreicht“, schreiben die Experten. Sie erinnern zwar an die markante Kurskorrektur 2006, die Anlegern eine hervorragende und – wie man heute weiß – sehr lukrative Gelegenheit zum Wiedereinstieg bot. Doch die allzu starke Fixierung auf diese Historie sei gefährlich, warnen sie. Mit Wilhelm Busch („Wo man am meisten drauf erpicht, gerade das bekommt man nicht“) raten sie Anlegern, nicht auf eine Wiederholung der Geschichte zu setzen. Dreh- und Angelpunkt der Stimmung bleiben die Konjunkturaussichten und die Ergebnisse der Konzerne. In der kommenden Woche geben Einblick: Linde am Montag, Hypo Real Estate und BMW am Mittwoch und Bayer am Donnerstag.

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