Drogeriemarkt-Kette : Wie dm seine Mitarbeiter fit für die Digitalisierung macht

Die Umsätze von dm steigen, 70 neue Filialen sind im nächsten Jahr geplant. Doch die zentrale Aufgabe ist die Verzahnung von Online- und Offlinewelt.

Hat gut lachen: Dm-Chef Erich Harsch darf sich über steigende Umsätze freuen.
Hat gut lachen: Dm-Chef Erich Harsch darf sich über steigende Umsätze freuen.Foto: dpa

Gut 100 Millionen sind wahrlich nur ein Bruchteil von 8,11 Milliarden. Doch so ist es um das Verhältnis des Umsatzes bestellt, den der Drogeriemarkt dm im abgelaufenen Geschäftsjahr im Onlineshop und im stationären Handel erwirtschaftet hat. So sollte man diese Zahlen aber nicht betrachten, findet Markus Trojansky, Geschäftsführer von dm. „Wir denken ausschließlich aus der Kundenperspektive“, begründet er seine Sichtweise. „Und nicht in verschiedenen Vertriebskanälen.“

Insgesamt scheint dem Kunden der Blick auf dm in den vergangenen zwölf Monaten gefallen zu haben. Das besagen zumindest die Geschäftszahlen der Drogerie, die am Donnerstag auf der Jahrespressekonferenz vorgestellt wurden. Demnach stieg der Umsatz in Deutschland um 3,2 Prozent an, die Zahl der Filialen hat sich um 64 auf 1956 erhöht. „Täglich haben rund 1,8 Millionen Menschen in einem unserer Märkte eingekauft“, erläutert der Vorsitzende der Geschäftsführung, Erich Harsch.

Am Alexanderplatz macht dm am meisten Umsatz

Laut dem Kundenmonitor des Marktforschungsunternehmens ServiceBarometer ist dm überdies die beliebteste Drogeriekette vor Budni, Rossmann und Müller. In Berlin betreibt das Karlsruher Unternehmen 88 Filialen und beschäftigt 283 Mitarbeiter. 143 neue Auszubildende haben hier ihre Lehre im vergangenen Geschäftsjahr begonnen. Die umsatzstärkste dm-Filiale in der Hauptstadt ist der Markt am Alexanderplatz neben dem Elektronikhändler Saturn.

Wie schon in diesem plant dm auch im kommenden Geschäftsjahr 140 Millionen Euro für Investitionen in die stationären Geschäfte ein, rund vier Millionen davon in Berlin. Deutschlandweit sollen mindestens 70 neue Märkte entstehen. „Ich wüsste nicht, warum wir in Berlin nicht auch 100 Filialen betreiben könnten“, sagt Trojansky auf Nachfrage zu den Plänen in Berlin. Auf eine Zahl an Neueröffnungen habe man sich aber nicht festgelegt. Er ist sich sicher: „Wo immer ein neuer Handelsstandort eröffnet, sind wir ein begehrter Mieter.“

Nur telefonieren geht nicht

Doch wie überall im Handel ist die Verzahnung von Online- und Offlinewelt auch bei dm derzeit die zentrale Aufgabe. „Aktuell arbeiten wir daran, dass der Kunde Waren mittags bestellen und abends in der Filiale seiner Wahl abholen kann“, sagt Trojanksy. Langfristig könne auch das Thema Lieferservice relevant werden. Bereits jetzt können Kunden online die Verfügbarkeit von Waren prüfen und Pakete in Filialen liefern lassen.

Doch dm will auch die internen Abläufe digitalisieren. „Wir haben alle Mitarbeiter mit Smartphones ausgestattet“, so Trojansky. Seitdem laufen Lohnabrechnung und Buchhaltung über die Geräte sowie die Messenger-App Yammer, wo 23 000 dm-Angestellte angemeldet sind. Nur eines können die Mitarbeiter mit ihren Smartphones nicht: telefonieren.

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