Eon-Offerte : Börsenaufsicht untersagt Enel-Acciona-Angebot

Überraschende Wende im Bieterwettstreit um Endesa. Die spanische Börsenaufsicht verbot ein gemeinsames Angebot der Konkurrenten Enel und Acciona. Damit haben sich die Chancen für den deutschen Eon-Konzern wieder erheblich verbessert.

Madrid - Noch vor Stunden sah es sehr düster aus für die Übernahmeofferte des Energieversorgers Eon. der italienische Enel-Konzern und Acciona aus Spanien wollten sich verbünden, um den Rivalen auszustechen. Diese Plänen hat die spanische Börsenaufsicht CNMV nun unterbunden. Im nächsten halben Jahr dürfen die Konkurrenten keine Offerte für Endesa vorlegen.

Dabei standen italienische Stromversorger Enel und der spanische Mischkonzern Acciona bereits kurz vor einer Einigung über ein eigenes Angebot. Damit wären die monatelangen Bemühungen der Deutschen wohl endgültig erledigt gewesen. In der Düsseldorfer Eon-Zentrale erwägte man bereits rechtliche Schritte.

In den "kommenden Stunden" sei mit einer Vereinbarung zu rechnen, wie eine gemeinsame Kontrolle über Endesa geregelt werden könnte, sagte Enel-Chef Piero Gnudi am Rande einer Veranstaltung in Parma. "Es wird ein Geschäft zwischen gleichberechtigten Partnern", betonte er in Vorfreude auf den erfolgreichen Deal.

Eon gab sich trotzig

Eon wollte die rechtlichen Konsequenzen aus dem gemeinsamen Plan der italienischen Enel und des Mischkonzerns Acciona beim Stromversorger Endesa prüfen. Das kündigte eine Sprecherin des Düsseldorfer Konzerns an. Im übrigen werde Eon Gerüchte und die aktuelle Entwicklung um Endesa nicht kommentieren. Der derzeit laufende Angebotsprozess werde unverändert fortgeführt, betonte sie.

Zeitungsberichten zufolge hätte ein gemeinsames Angebot von Enel und Acciona über der Eon-Offerte von 41 Milliarden Euro gelegen. Italienische und spanische Zeitungen nannten einen Wert zwischen 40 oder 42 Euro je Endesa-Aktie, während Eon lediglich 38,75 Euro pro Anteilsschein bietet.

Endesa-Aktien vom Handel ausgesetzt

Bereits am Donnerstagabend hatte die spanische Börsenaufsicht CNMV nach Bekanntwerden erster Spekulationen den Handel mit Endesa-Aktien ausgesetzt, bis es Klarheit über die Pläne von Enel gebe.

Eon hatte offiziell bestätigt, sich unter Umständen auch nur mit einer Minderheitsbeteiligung an Endesa zu begnügen. Eon strebt nach Angaben einer Sprecherin aber weiterhin eine Mehrheit an dem spanischen Stromversorger Endesa an. Die Annahmefrist für die Offerte endet am 29. März. (tso/dpa)

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