EZB : Bundespräsident Steinmeier besucht die Europäische Zentralbank

Steinmeier: Der Euro ist mehr als eine Währung. Er ist das Symbol gelungener europäischer Integration.

Am Mittwoch war es zum ersten Mal soweit: Erstmals seit ihrer der Gründung am 1. Juni 1998 besucht ein Bundespräsident die Europäische Zentralbank.
Am Mittwoch war es zum ersten Mal soweit: Erstmals seit ihrer der Gründung am 1. Juni 1998 besucht ein Bundespräsident die...Foto: Intns Kalnins/REUTERS

Mehr als 20 Jahre hat es gedauert. Am Mittwoch war es zum ersten Mal soweit: Erstmals seit ihrer der Gründung am 1. Juni 1998 besucht ein Bundespräsident die Europäische Zentralbank (EZB). Notenbank-Präsident Mario Draghi und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier lächeln in die Kameras, bekunden in der mächtigen Eingangshalle der Notenbank im Frankfurter Osten ihren gegenseitigen Respekt. "Meine Mitarbeiter und insbesondere ich fühlen uns durch ihren Besuch sehr geehrt", sagt Draghi.

Es gebe viele Gründe dem Bundespräsidenten dankbar zu sein - für sein Interesse an der Arbeit der EZB und dafür das die Notenbank in Deutschland ihren Platz gefunden. Und Draghi betrachtet den Besuch Steinmeiers auch als Bekenntnis zum Euro im 19. Jahr seines Bestehens. "Der Euro ist ein Erfolg. Er ist stabil. 74 Prozent der Bürger in der Eurozone wollen ihn", sagt der Italiener. "Vor allem aber steht der Euro für eine politische Idee. Und sie sind einer der größten Unterstützer dieser Idee".

Der Bundespräsident gibt den Dank zurück und lobt ausdrücklich die in Deutschland von vielen kritisierte und von Draghi gesteuerte Politik der Notenbank. Der EZB-Präsident setze in turbulenten Zeiten ein Zeichen. "Sie haben die EZB mit Umsicht gesteuert und damit die Stabilität des Euro befördert", sagt Steinmeier.

Und erinnert an eigene politische Erfahrungen. "Man bleibt nicht ohne Kritik, wenn man Entscheidungen trifft". Aber auch Deutschland stehe dank der EZB besser da als vor einigen Jahren in der Krise, ist der Bundespräsident überzeugt. Die Unabhängigkeit der Notenbank sei gewährleistet und das werde so bleiben.

Auch Steinmeier bekennt sich, nicht nur weil er an diesem Tag in der EZB spricht, ohne jede Einschränkung zur gemeinsamen europäischen Währung. "Der Euro ist mehr als eine Währung. Er ist das Symbol gelungener europäischer Integration". Dies solle man wertschätzen gerade in Zeiten, in denen von mancher Seite die Integration Europas in Frage in Zweifel gezogen werde. Draghi nickt. Zwei absolut überzeugende Europäer schütteln noch einmal die Hände.

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