Falschgeld-Bericht der EZB : Jeder Deutsche bekommt pro Jahr sieben „Blüten“ ins Portemonnaie

559.000 gefälschte Banknoten wurden 2019 sichergestellt. Die Zahl sinkt, dafür gibt es mehr falsche Münzen. Mit einem Trick kann man die Echtheit prüfen.

Auf einen Bundesbürger entfallen etwa sieben gefälschte Banknoten. Die Zahl der "Blüten" ist 2019 weiter zurückgegangen.
Auf einen Bundesbürger entfallen etwa sieben gefälschte Banknoten. Die Zahl der "Blüten" ist 2019 weiter zurückgegangen.Foto: dpa

Es sind nicht nur klassische Fälschungen aus der Druckerpresse oder Farbkopien, die den Behörden zu schaffen machen. Zunehmend geht es auch um Spielgeld oder sogenanntes „Movie Money“, das Betrüger in Umlauf bringen wollen. Allerdings bewegen sich die Zahlen nach Angaben des Bundeskriminalamtes noch auf niedrigem Niveau. Jedenfalls hat das einfach nachgemachte Spielgeld nicht zu einem Anstieg der sichergestellten „Blüten“ geführt.

In Deutschland und auch in der Euro-Zone ist die Anzahl der gefälschten Banknoten im vergangenen Jahr leicht zurückgegangen. Die Europäische Zentralbank (EZB) nennt in ihrer neuesten Übersicht für 2019 insgesamt 559.000 „Blüten“ nach 563.000 im Jahr zuvor. Es waren so wenig wie zuletzt 2013. In Deutschland wurden nach Angaben der Bundesbank rund 55.200 falsche Banknoten sichergestellt. Das waren fünf Prozent weniger als 2018. Rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr auf jeden Bundesbürger sieben falsche Banknoten.

Auch Euro-Münzen sind vor Fälschungen nicht sicher. Sie haben 2019 sogar deutlich um 9000 auf rund 42.100 zugekommen, berichtet die Bundesbank. Fast 90 Prozent waren gefälschte Zwei Euro-Münzen. Trotzdem hält die Bundesbank auch hier die Anzahl für gering: Auf 10.000 Einwohner kämen rechnerisch fünf falsche Münzen. 

Falschgeld wird über das Darknet verkauft

Damit bleibe die Zahl der gefälschten Euros niedrig, betont eine EZB-Sprecherin. Allerdings ist die Zahl im zweiten Halbjahr deutlich um knapp 23 Prozent angestiegen. Einen Grund nennt die EZB nicht. „Die Falschgeldzahlen sind weiter zurückgegangen. Grund dafür ist die Einführung der neuen Banknoten der Europa-Serie mit verbessertem Fälschungsschutz“, sagt Bundesbank-Vorstandsmitglied Johannes Beermann.

Man sei Kriminellen immer ein paar Schritte voraus. Fälscher könnten nur eine Imitation der echten Scheine anfertigen. Hochwertiges Falschgeld aus dem Drucker gebe es nicht so oft. Nach Erkenntnissen der Ermittler vertreiben Kriminelle immer noch Falschgeld über illegale Plattformen im Darknet. 

Ausdrücklich warnt Beermann vor dem neuen Trend zu Spielgeld. Solche Scheine im Zahlungsverkehr einzusetzen sei eine Straftat. Auf dem Oktoberfest in München wurden zwei Brüder erwischt, die mit einem 20 Euro-Spielgeldschein bezahlen wollten. Im November nutzten Jugendliche in Nordrhein-Westfalen diese Masche. Aber insbesondere die Zahl der gefälschten 50 Euro-Banknoten ist nach Angaben von Beermann im vergangenen Jahr deutlich zurückgegangen.

Die Fälschungen sind leicht zu erkennen

Gleichwohl entfallen auf diesen immer noch 56 Prozent aller „Blüten“. Ein Viertel betreffen den 20 Euro-Schein. Auch in der Eurozone konzentrierten sich die Kriminelle wie in schon in den Jahren zuvor auf die Fälschung von 20 und 50 Euro-Banknoten mit Anteilen von gut 34 und 36,5 Prozent. Dahinter rangiert der 10er mit einem Anteil von 13,5 Prozent. Die gefälschten Euro-Banknoten wurden fast ausschließlich in Ländern der Eurozone sichergestellt.

Die Bundesbank weist erneut darauf hin, dass Verbraucher die Euro-Scheine selbst verhältnismäßig leicht nach dem Prinzip „Fühlen-Sehen-Kippen“ prüfen können. Unter anderem sind auf der Vorderseite der Banknoten Teile des Druckbildes hervorgehoben und als Relief fühlbar. Daneben lässt sich das Wasserzeichen sehen, wenn man die Banknote gegen das Licht hält. Außerdem befindet sich im oberen Teil der Hologrammstreifens ab der 20 Euro-Noten ein durchsichtiges Fenster mit dem Gesicht der Europa. Wenn man die Euro-Scheine kippt verändern sich die Hologrammelemente. Das gilt auch für die Smaragdzahl links unten auf den Banknoten.

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