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Familienstreit in der Keks-Dynastie : Bahlsen-Patriarch will seine Tochter Verena nicht als Nachfolgerin

Der Kekshersteller Bahlsen sucht nach einem externen Manager als Firmenchef. Patriarch Bahlsen stellte klar, dass seine Kinder nicht zum Zug kommen sollen.

Firmenpatriarch Werner M. Bahlsen will seine Tochter nicht als Unternehmenschefin.
Firmenpatriarch Werner M. Bahlsen will seine Tochter nicht als Unternehmenschefin.Foto: imago images/Christian Thiel

Der Kekshersteller Bahlsen wird in Zukunft nicht mehr von einem Familienmitglied geführt werden. „Kein Familienmitglied der nächsten Generation wird in die operative Führung des Unternehmens einsteigen“, sagte Firmenpatriarch Werner M. Bahlsen dem „Handelsblatt“. Nun will der 70-jährige Bahlsen zusammen mit seiner Frau Susanne einen externen Manager für den Chefposten des Unternehmens suchen.

Von dieser Entscheidung ist besonders seine Tochter Verena betroffen, die laut Medienberichten gerne das Unternehmen geführt hätte. Ihr Vater sagte jedoch dazu: „Nicht alles, was geschrieben wird, ist richtig.“

Der Gebäckhersteller aus Hannover hat schon seit längerem keinen hauptverantwortlichen Vorstandschef. 2018 hatte sich Firmenpatriarch Bahlsen aus der Firmenleitung zurückgezogen.

Managerin Daniela Mündler will im Frühjahr wegen Differenzen über die künftige Strategie Bahlsen verlassen. Neben ihr beschäftigt die Firma derzeit Scott Brankin und Jörg Hönemann als hohe Führungskräfte.

Verena Bahlsen in der Kritik wegen Aussage zur NS-Vergangenheit

Verena Bahlsen hatte viel Kritik auf sich und das Unternehmen gezogen, als sie im vergangenen Frühjahr meinte, man habe Zwangsarbeiter bei Bahlsen während der NS-Zeit „gut behandelt“. „Wir haben die Zwangsarbeiter genauso bezahlt wie die Deutschen“, behauptete sie damals. Der Historiker Michael Wolffsohn meinte daraufhin, derlei Aussagen seien „eines bundesdeutschen Unternehmens unwürdig“.

Keksproduktion der Firma Bahlsen in der Oberlandstraße in Berlin-Tempelhof
Keksproduktion der Firma Bahlsen in der Oberlandstraße in Berlin-TempelhofFoto: Foto: Kitty Kleist-Heinrich

„Sie trudelt da durch unglückliche Umstände in etwas hinein“, sagte Werner Bahlsen nun dazu. Es sei richtig, die Familiengeschichte jetzt von einem unabhängigen Historiker aufarbeiten zu lassen.

Auch die derzeitige wirtschaftliche Lage ist bei Bahlsen schwierig. Es gebe „einige Baustellen“, erklärte der Ex-Chef. Das Jahr 2018 hatte mit einem Verlust geendet, 2019 soll es laut Werner Bahlsen aber einen „ordentlichen Gewinn“ gegeben haben. Nähere Angaben hierzu machte er nicht. Das Auslandsgeschäft von Bahlsen ist unter anderem von den US-Strafzöllen auf bestimmte Lebensmittel stark betroffen. (dpa, Tsp)

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