Wirtschaft : Fast-Food-Kette Subway will sich bessern

Viele Franchise-Nehmer sind unzufrieden

Jens Tönnesmann

Köln – Mit einer neuen Version des Franchise-Vertrags, einer besseren Betreuung ihrer Partner und einer bundesweiten Marketingstrategie will die Fast- Food-Kette Subway mehr für die Zufriedenheit ihrer Franchise-Nehmer tun. Das kündigte Deutschland-Chef Marco Wild an.

Auslöser für die Kurskorrekturen ist nach Angaben von Subway in erster Linie eine Zufriedenheitsstudie aus dem November vergangenen Jahres. In der Umfrage hatten sich weniger als die Hälfte (43 Prozent) der Restaurantbetreiber mit der Geschäftspraxis zufrieden gezeigt, bestätigte Deutschland-Chef Marco Wild gegenüber dem Tagesspiegel. Mit dem Erfolg seines Geschäfts zeigte sich Wild zufolge sogar nur etwa jeder dritte Franchise-Nehmer zufrieden (36 Prozent). Die Ergebnisse seien „bedenklich“, sagte Wild. „Damit haben wir sicherlich nicht gerechnet.“

Von schlechter Presse abgesehen, könnte die Unzufriedenheit der Franchise-Nehmer auch direkte wirtschaftliche Nachteile nach sich ziehen. Laut Torben Brodersen, dem Geschäftsführer des Deutschen Franchise-Verbandes (DFV), muss Subway die Quote von mindestens 50 Prozent zufriedenen Franchise-Nehmern erfüllen, um Vollmitglied des Verbands zu werden. Anders als etwa Konkurrent McDonald’s ist Subway nur assoziiertes Mitglied – ein Zustand, den der Verband nicht länger dulden wolle, so Brodersen. „Wir wollen entweder, dass Subway Vollmitglied wird, oder dass wir uns trennen.“

Eine weitere Voraussetzung für die Vollmitgliedschaft ist, dass sich die Restaurant-Kette an den Ethikkodex des Verbands hält. Danach sei es unhaltbar, dass nur die englische Fassung des Franchise-Vertrags bindend und als Gerichtsstand New York vereinbart sei, erklärte Brodersen.

Diese Missstände will Subway jüngst behoben haben. Wie Deutschland-Chef Wild erklärte, sei seit Ende Februar auch eine deutsche Fassung des Vertrages bindend. Außerdem sei der Gerichtsstand von New York nach London verlegt worden. „Wir haben eine Lernkurve durchschritten“, sagte Wild. Auch seine Wachstumsziele hat das Unternehmen inzwischen angepasst: Ursprünglich wollte Subway die Zahl seiner Restaurants in Deutschland bis 2010 auf 1500 erhöhen und so McDonald’s überholen. Jetzt peile man die Marke erst ein Jahr später an, erklärte Wild. Zurzeit gehören rund 400 Restaurants zur Kette, Ende 2007 sollen es 550 sein. Der Umsatz pro Quadratmeter Fläche soll um acht Prozent wachsen.

Im Detail hätten die Restaurantbetreiber in der Studie auch den schwachen Markenauftritt, die unterbesetzte Deutschlandzentrale und das schlechte Verhältnis von Franchise-Gebühren und Leistung bemängelt, berichtete Verbandschef Brodersen. Die Gebühren sollen auch in Zukunft acht Prozent des Umsatzes zuzüglich 4,5 Prozent für den Werbeetat betragen und liegen damit weiterhin höher als die Gebühren der meisten anderen Ketten. Deutschland-Chef Wild kündigte an, dass man nun „eine voll funktionsfähige Zentrale“ schaffen wolle, die unter anderem über mehr Kapazitäten für Schulungen verfügen solle. Innerhalb der nächsten zwei Jahre will Wild außerdem die Zahl der Mitarbeiter in der Zentrale von derzeit sieben auf 20 bis 30 erhöhen. Wild: „Jetzt müssen wir unsere Hausaufgaben machen.“

Werner Melsheimer, der als Franchise-Nehmer zwei von insgesamt 25 Subway-Restaurants in Berlin betreibt und im Vorstand des nationalen Franchise-Nehmer-Boards sitzt, zeigte sich angesichts der angekündigten Verbesserungen zufrieden. Er bemängelte, dass es immer noch zu wenig Schulungen für Franchise-Nehmer und Mitarbeiter vor Ort gebe. „Da sind wir noch nicht auf dem richtigen Weg“, sagte Melsheimer. Im September sollen die Franchise-Nehmer erneut zu ihrer Zufriedenheit befragt werden. Sollte Subway wieder durchfallen, könnte es seine assoziierte Mitgliedschaft im Verband verlieren.

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