Förderprogramm : Im nächsten Jahr könnte das Baukindergeld knapp werden

In den ersten Monaten haben knapp 50.000 Familien die Unterstützung beantragt. Geht es in diesem Tempo weiter, könnten Antragsteller 2019 leer ausgehen.

Fast 3000 Anträge für das Baukindergeld gehen täglich ein.
Fast 3000 Anträge für das Baukindergeld gehen täglich ein.Foto: dpa

Das Baukindergeld erfreut sich nur kurze Zeit nach der Einführung großer Beliebtheit. Fast 48.000 Familien haben in den ersten drei Monaten des Förderprogramms die Unterstützung beantragt. Bereits in der ersten Woche nach Programmstart am 18. September waren den Angaben zufolge bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mehr als 9500 Anträge eingegangen.

Durchschnittlich werden jede Woche knapp 3000 Anträge gestellt, wie das Institut mitteilte. Insgesamt profitieren knapp 83.000 Kinder von der Fördermaßnahme. Die meisten Familien, die einen Antrag gestellt haben, haben ein oder zwei Kinder.

2019 könnte der Topf nach sechs Monaten leer sein

Für viele Familien, die planen, ein Haus oder eine Wohnung zu erwerben, dürfte das Baukindergeld eine willkommene Hilfe darstellen. Rückwirkend ab Januar 2018 gibt es für Haushalte mit einem Einkommen von höchstens 75.000 Euro brutto pro Jahr und zusätzlich 15.000 Euro pro Kind einen Zuschuss von 1200 Euro jährlich, wenn sie bauen oder eine Wohnung kaufen. Gezahlt wird das Geld zehn Jahre lang. Die Anträge können spätestens drei Monate nach Einzug in die geförderte Immobilie online bei der KfW gestellt werden.

Das Programm soll bis 2020 laufen. Insgesamt sind rund drei Milliarden Euro für pro Jahr für das Baukindergeld eingeplant. Für die bisherigen Anträge sind rund eine Milliarde Euro reserviert. Gehen die Anträge in gleichem Tempo weiter, reicht das Geld zwar in diesem Jahr aus. 2019 könnte der Topf aber schon nach sechs Monaten leer sein.

In Berlin gibt es kaum Anträge

Nach Angaben einer KfW-Sprecherin greift dabei das sogenannte "Windhund-Verfahren": Der Bund stellt jährliche Mittel zur Verfügung - wenn diese aufgebraucht sind, sind sie aufgebraucht. Somit könnten Familien, die zum Beispiel im Oktober 2019 einen Bauantrag oder Kaufvertrag in der Tasche haben, zunächst einmal leer ausgehen.

Die meisten Anträge wurden mit rund 10.700 in Nordrhein-Westfalen gestellt, gefolgt von Baden-Württemberg (rund 6400) und Niedersachsen (rund 6000), wie das Bundesinnenministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. In Berlin wurden mit 725 die drittwenigsten Anträge gestellt, nur in den beiden anderen Stadtstaaten Hamburg und Bremen waren noch weniger Menschen interessiert. Innenminister Horst Seehofer (CSU) erklärte, das Baukindergeld ermögliche vielen Familien den Schritt ins Wohneigentum, auch als Absicherung im Alter. (AFP)



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