Große internationale Sportverbände profitieren am meisten.

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Fußball-Weltmeisterschaft 2014 : Brasiliens Wirtschaft hat nichts von der Fußball-WM
Karl Brenke Gert G. Wagner
Gert G. Wagner ist Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin.
Gert G. Wagner ist Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin.Foto: dpa

Die großen internationalen Sportverbände besitzen mit ihren Rechten an den Sportereignissen ein komfortables Monopol, das ihnen bei geringem eigenen Aufwand und minimalem Risiko enorme Einkünfte verschafft. Dies sollte stärker in den Blick der Öffentlichkeit gerückt und somit Druck aufgebaut werden, der etwa den Fußballweltverband Fifa oder das Internationale Olympische Komitee IOC zwingt, sich finanziell viel mehr als bisher an den Kosten der Sportveranstaltungen zu beteiligen. So könnten die Welt- Verbände zum Beispiel Stadien auf eigene Kosten bauen und gegebenenfalls zurückbauen. Noch besser wäre es, von vornherein weniger zu bauen. So ließen sich eine Unterauslastung der Infrastruktur und große Investitionsruinen in einzelnen Regionen verhindern. Sowohl in einem Austragungsland als auch weltweit lässt sich durch Public Viewing unschwer sehr preiswert ein (nationales) WM-Gefühl erzeugen. Die Austragungsstätten müssen dafür nicht auf ein Land oder einen halben Kontinent verteilt werden.

Karl Brenke ist Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperte im DIW.
Karl Brenke ist Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperte im DIW.Foto: dpa

Begrenzung von Korruption

Das jetzige Fußball-WM-Format mit 32 teilnehmenden Mannschaften könnte ohne technische Probleme, insbesondere wenn auf strapazierfähigem Kunstrasen gespielt wird, statt in 12 Stadien – wie in Brasilien – in nur acht Stadien ausgetragen werden. Bereit gestellt werden müssten für die Viertelfinalspiele und die Runde der letzten vier Mannschaften nur vier große Stadien. In der Regel könnte dann auf bereits bestehende Fußballarenen zurückgegriffen werden. Mit dieser Beschränkung ließen sich nicht nur Fehlinvestitionen, sondern auch Korruption auf regionaler und lokaler Ebene begrenzen.


Gert G. Wagner ist Vorstandsmitglied des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin). Karl Brenke ist Arbeitsmarkt- und Konjunkturexperte im DIW.

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