• Gefahr für die Sicherheit von Profilen: Telefonnummern von 420 Millionen Facebook-Nutzern standen offen im Netz

Gefahr für die Sicherheit von Profilen : Telefonnummern von 420 Millionen Facebook-Nutzern standen offen im Netz

Ein Sicherheitsforscher hat eine gigantische Sammlung von Facebook-Daten im Internet entdeckt. Mit solchen Informationen können Hacker Profile kapern.

Mit Telefonnummer und Facebook-ID kann ein Profil gekapert werden.
Mit Telefonnummer und Facebook-ID kann ein Profil gekapert werden.Foto: Carsten Rehder/dpa

Telefonnummern von rund 420 Millionen Facebook-Nutzern waren offen im Netz zugänglich. Die Datenbank scheint aus öffentlich verfügbaren Informationen zusammengestellt worden zu sein. Es ist unklar, wer sie erstellt und hochgeladen hat.

Facebook erklärte am Mittwoch, es handele sich um alte Daten. Sie seien anscheinend gesammelt worden, bevor das Online-Netzwerk im vergangenen Jahr die Möglichkeit abschaffte, Bekannte mit Hilfe ihrer Telefonnummer zu finden. Facebook habe keine Hinweise darauf, dass mit diesen Daten Accounts gehackt worden seien.

Die Datei mit den Telefonnummern hatte ein IT-Sicherheitsforscher entdeckt und darauf das Technologieblog „TechCrunch“ hingewiesen. Sie sei unverschlüsselt zugänglich gewesen und inzwischen entfernt worden. Jeder Eintrag habe eine Facebook-ID und eine Telefonnummer enthalten. Die Facebook-ID ist eine lange Zahl, über die leicht der jeweilige Facebook-Nutzer gefunden werden kann.

Unter den Telefonnummern seien 133 Millionen von Facebook-Nutzern aus den USA gewesen. Die Gefahr bei solchen Daten ist, dass Online-Kriminelle sie nutzen könnten, um Account-Passwörter zurückzusetzen und die Profile zu kapern.

Facebook hatte bereits im April 2018 eingeräumt, dass die Freunde-Suche nach Telefonnummern dazu missbraucht wurde, Daten abzugreifen, und schaltete die Funktion ab.

Facebook ist in den letzten Jahren immer wieder in die Schlagzeilen geraten, weil der Social-Media-Konzern es mit dem Datenschutz nicht so genau nimmt. Zuletzt musste das Unternehmen in einem Vergleich vor einem US-Gericht fünf Milliarden Dollar zahlen, es ging um den Skandal um Cambridge Analytica. (dpa)

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