Russland zählt zu den Verlierern - Deutschland zu den Gewinnern

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Geheime BND-Studie : Neuer Ölreichtum der USA verändert internationale Machtverhältnisse
Der neue Gas- und Ölreichtum der USA wird die Politik im Nahen Osten massiv verändern
Der neue Gas- und Ölreichtum der USA wird die Politik im Nahen Osten massiv verändernFoto:dpa

Nach Ansicht der Studie gibt es aber auch andere Verlierer durch die Entwicklung der Schiefergas-Technologie und die Erschließung neuer Ölvorkommen. Dazu werden etwa die Opec-Länder und vor allem Russland gezählt. Bei den Opec-Ländern sinke die Marktmacht, weil die USA bis 2020 weltweit größter Öl-Förderer werden könnten. Russland wiederum muss als einer der Hauptlieferanten für Europa mit neuer Konkurrenz rechnen, weil etwa Deutschland seinen Bedarf an fossilen Rohstoffen zunehmend aus Ländern decken könnte, die bisher die USA beliefern, wie Nigeria. Hinzu kommt, dass Russland besonders anfällig für Verschiebungen auf den Energiemärkten ist, weil dort die Produktionskosten für Öl und Gas in schwer zugänglichen nördlichen Gebieten sehr viel höher sind als in vielen anderen Teilen der Welt. Das durch den sinkenden US-Import steigende Überangebot von Gas und Öl auf den Weltmärkten führt bereits jetzt zu einem erheblichen Preisverfall.

“Deutschland dagegen zählt zu den Gewinnern und dürfte seine Energieversorgungssicherheit deutlich erhöhen können“, heißt es gleichzeitig. Profitieren könnten nach Ansicht der Autoren der Irak, Kanada und Brasilien, in denen neue große Vorkommen an fossilen Rohstoffen entdeckt wurden.

Neuer Aufschwung der US-Wirtschaft prognostiziert

Der BND erwartet aber auch, dass sich als Folge der Eigenproduktion von Öl und Gas die Wettbewerbsfähigkeit der zuletzt angeschlagenen US-Wirtschaft wieder massiv verbessern wird. Bis zum Jahr 2020 wird in den Vereinigten Staaten mit rund drei Millionen neuen Arbeitsplätzen allein deshalb gerechnet, weil die Stromkosten für Industrie schon heute nur noch knapp 60 Prozent des deutschen Niveaus betragen und deshalb besonders energieintensive Unternehmen in den USA einen attraktiven Standort sehen. Der Gaspreis ist nach Angaben von Experten noch stärker gesunken.

Erstmals haben die USA wegen der drastisch sinkenden Importe und der steigenden Exporte von fossilen Rohstoffen sogar eine Chance, ihr riesiges Handels- und Leistungsbilanzdefizit wieder in den Griff zu bekommen. Bis 2020 dürfte sich das Defizit halbieren, was die Rolle des Dollar als weltweite Leitwährung festigen werde, schreiben die Autoren der Studie. (Reuters)

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