Gepäckbestimmungen : Was noch mit an Bord darf

Ryanair verschärft die Regeln für das Handgepäck. Und was macht die Konkurrenz? Ein Überblick.

Johanna Palla
Viele Passagiere reisen auf kürzeren Flügen nur mit Handgepäck.
Viele Passagiere reisen auf kürzeren Flügen nur mit Handgepäck.Foto: Federico Gambarini/dpa

Vergleicht man Flugpreise, ist der Tarif, in dem nur Handgepäck enthalten ist, meistens am billigsten. Das soll Passagiere davon abhalten, Gepäckstücke am Schalter abzugeben, denn das spart Zeit und Geld. Die Folge: Immer mehr Fluggäste reisen nur noch mit Handgepäck und die dafür vorgesehenen Fächer in den Maschinen sind überfüllt. Das führt zu längeren Boardingzeiten und verspäteten Abflügen. Die Billigfluggesellschaft Ryanair möchte dieses Problem nun mit einer neuen Regelung lösen: Zwei Handgepäckstücke bleiben für jeden Passagier kostenlos – das größere soll künftig aber im Frachtraum gelagert werden. Welche Gepäckbestimmungen bei Ryanair im Detail gelten und wie es andere Airlines handhaben – ein Überblick.

Ryanair

Möchte man einen Koffer aufgeben, kostet das bei Ryanair 25 Euro. Dieser darf dann bis zu 20 Kilogramm wiegen. Wenn das Gepäckstück erst am Ticketschalter dazu gebucht wird, kostet es 40 Euro. Während der Hochsaison, wie etwa zu Weihnachten oder zur Ferienzeit im Sommer, kostet die Aufgabe eines Koffers 35 Euro. Wiegt das Gepäckstück mehr als vorgegeben, zahlt der Kunde ebenfalls drauf: zehn weitere Euro pro Kilo.

Möchte man seine Gitarre, Skier oder ein Fahrrad mit in den Urlaub nehmen, zahlt man auch extra. Online kostet ein Musikinstrument 50, die Skier 40 und das Fahrrad 60 Euro. Bucht man diese Sachen erst am Schalter dazu, betragen die Kosten jeweils zehn Euro mehr. Was das Handgepäck betrifft, sind pro Passagier ein größeres wie ein Trolley und ein kleineres wie eine Handtasche erlaubt. Das größere darf die maximalen Maße von 55 x 40 x 20 Zentimetern haben und höchstens zehn Kilo wiegen. Bei der Tasche ist eine Größe von bis zu 35 x 20 x 20 Zentimetern erlaubt. Nach den neuen Vorschriften wird das größere Handgepäckstück im Frachtraum verstaut. Fluggäste, die Priority Boarding gebucht haben, sind von der neuen Regel ausgenommen. Für einen Aufschlag von fünf Euro dürfen sie beide Gepäckstücke mit in die Kabine nehmen.

Lufthansa

Bei der Lufthansa richtet sich die erlaubte Freigepäckmenge nach der gebuchten Reiseklasse, dem Tarif und Passagierstatus. Passagiere der Klasse Economy Light dürfen beispielsweise ein Handgepäckstück von bis zu acht Kilo mitnehmen. Möchte man als Light-Tarifler doch ein Aufgabegepäck dazu buchen, kostet das auf der Internetseite 15 und am Check-in-Schalter 30 Euro. In den beiden teureren Tarifen, Classic und Flex, sind ein Handgepäckstück mit acht Kilo und ein Aufgabegepäck mit bis zu 23 Kilo erlaubt. Bucht man die Business Class, darf man zwei Handgepäckstücke und zwei Aufgabegepäckstücke zu den gleichen Gewichtsbeschränkungen mit sich führen.

Die maximale Größe pro Gepäckstück beträgt immer 158 Zentimeter – Breite plus Höhe plus Tiefe des Koffers – was relativ kompliziert zu berechnen ist. Musiker müssen ordentlich draufzahlen: 200 Euro für die Mitnahme eines Instruments von bis zu 52 Kilo. Der Transport eines Fahrrads sowie einer Skiausrüstung kostet jeweils 50 Euro.

EasyJet

Alle Passagiere können auf einem Flug von Easyjet ein Handgepäck mit an Bord nehmen. Ein Rucksack oder eine weitere Tasche sind im Preis nicht mit inbegriffen. Eine Gewichtsbeschränkung gibt es nicht. Man sollte aber laut Easyjet „in der Lage sein, das eigene Handgepäck in das Gepäckfach zu heben“. Die maximale Größe eines Handgepäcks beträgt 56 x 45 x 25 Zentimeter. Wenn man einen Flexitarif gebucht hat, kann man eine zusätzliche Tasche mitnehmen, die unter dem Sitz verstaut werden muss. Der Flexitarif ist meist 50 bis 200 Euro teurer als der Standardtarif. Er beinhaltet aber auch eine unbegrenzte und kostenlose Änderung des Flugdatums sowie der -strecke.

Die Kosten für ein Aufgabegepäck variieren bei Easyjet danach, wie weit man fliegt. Bei einem Gepäckstück von bis zu 15 Kilo lägen sie zwischen 12 und 40 Euro. Wiegt das Gepäck bis zu 23 Kilo, kostet die Mitnahme online 18 bis 44 Euro. Am Flughafen-Schalter muss man dafür 47 bis 60 Euro zahlen. Sportgeräte sowie -ausrüstungen werden bei Easyjet wie Aufgabegepäckstücke behandelt. Kleine Instrumente wie Geigen können als zusätzliches Handgepäck dazu gebucht werden.

Eurowings

Ein Handgepäckstück mit einem maximalen Gewicht von acht Kilo und mit Höchstmaßen von 55 x 40 x 23 Zentimetern ist bei Eurowings pro Fluggast erlaubt. Hiervon ausgenommen sind faltbare Kleidersäcke. Diese gelten bis zu einer Größe von 57 x 54 x 15 Zentimetern als Handgepäck. Zusätzlich ist die Mitnahme eines weiteren persönlichen Gepäckstücks mit einer Maximalgröße von 40 x 30 x 10 Zentimetern als Handgepäck möglich. Das kann zum Beispiel eine Laptop-, Hand- oder Aktentasche sein. Bucht man zudem ein Gepäckstück von bis zu 23 Kilo über die Website, erhebt Eurowings einen Zuschlag in Höhe von mindestens acht Euro pro Strecke. Dieser kann jedoch je nach Reisedestination variieren. Der Betrag erhöht sich bei einer Buchung am Schalter auf 30 Euro. Gibt ein Fluggast mehr als ein Gepäckstück à 23 Kilo auf, muss er eine zusätzliche Summe zahlen. Musikinstrumente können an Bord als Handgepäck befördert werden, vorausgesetzt, sie sind nicht größer als eine Gitarre. Die Mitnahme eines Fahrrads kostet 50 Euro. Die Skiausrüstung wird ohne einen Aufschlag von der Fluggesellschaft verstaut.

Vueling

Jeder Passagier darf bei Vueling genau ein Stück Handgepäck von bis zu zehn Kilo Gewicht und mit den maximalen Abmessungen von 55 x 40 x 20 Zentimetern mitnehmen. Nur mit dem Excellence-Tarif ist ein bis zu 14 Kilogramm schweres Handgepäckstück in der Kabine zulässig. Zusätzlich dürfen Fluggäste gebührenfrei eine Handtasche oder einen Fotoapparat bei sich haben. Bucht man ein Aufgabegepäckstück mit einem Höchstgewicht von 23 Kilo dazu, kostet das online 13 und am Flughafen-Schalter 40 Euro. Wenn das maximal erlaubte Gewicht überschritten wird, kostet jedes zusätzliche Kilo am Flughafen zwölf Euro pro Gepäckstück und Strecke. Die Gebühren für ein Sondergepäckstück wie etwa ein Fahrrad oder Skier betragen je nach Strecke mindestens 45 Euro.

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