Wirtschaft : Gesamtmetall wirbt für Langzeitkonten

Alternative zur Altersteilzeit / Allianz als Partner

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Berlin - Wer früh in Rente gehen will, muss zahlen. 100 Euro jeden Monat und das über 35 Jahre sollte ein heute 30-Jähriger bei der Allianz einzahlen, damit er 1,5 Jahre eher aufhören kann, als nach der gesetzlichen Rentenversicherung vorgesehen. Vertreter der Allianz präsentierten dieses Beispiel am Montag in der Zentrale des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall in Berlin, wo ein neues Modell über Langzeitkonten vorgestellt wurde. „Wir wollen gerüstet sein, wenn 2009 das Altersteilzeitgesetz ausläuft“, begründete Heike Maria Kunstmann, Hauptgeschäftsführerin des Metallverbandes, die Initiative für rund 6000 Mitgliedsfirmen von Gesamtmetall, die etwa zwei Millionen Mitarbeiter beschäftigen. „Durch die gesetzliche Verlängerung der Lebensarbeitszeit ergibt sich in Zukunft ein erhöhter Bedarf an Flexibilität beim Ruhestandseintritt“, sagte Kunstmann. „Wir müssen Modelle haben, die die Arbeitnehmer selber finanzieren“, betonte die Chefin des wichtigsten Arbeitgeberverbandes.

Sie betonte insbesondere die „Insolvenzsicherung der Wertguthaben“ der Langzeitkonten in dem gemeinsamen Projekt mit der Allianz. Dafür gab es auch Beifall von der anderen Seite. „Es ist begrüßenswert, dass Gesamtmetall die Initiative in Richtung einer Insolvenzsicherung ergriffen hat“, sagte IG-Metall-Sprecher Georgios Arwanitidis.

Die Vereinbarung mit der Allianz sei „hinsichtlich der Rabattierung absolut charmant“, sagte Kunstmann. Nach Angaben von Tobias Pross von der Allianz Pension Partner GmbH liegen die „Standardkonditionen um 30 bis 35 Prozent“ unter den normalerweise üblichen Kosten. Die Allianz hat bereits Verträge über Zeitwertkonten mit mehr als 3000 Arbeitgebern abgeschlossen und dabei allein im vergangenen Jahr 300 Millionen Euro eingenommen. Gesamtmetall hat sich Kunstmann zufolge im Rahmen einer Ausschreibung für die Allianz als „leistungsstärksten Anbieter“ entschieden.

Das Modell biete den Unternehmen zwei Möglichkeiten: Eine garantierte Mindestverzinsung plus Überschussbeteiligung oder ein fondsbasiertes Anlageprodukt mit verschiedenen Anlagealternativen. Bei beiden Varianten gebe es Beratung, Verwaltung, Insolvenzsicherung und Finanzdienstleistung aus einer Hand. Arbeitnehmer können sowohl Geld als auch Arbeitszeit auf die Konten einzahlen. Beteiligen können sich ab sofort die Mitglieder der tariffreien Gesamtmetall-Verbände sowie Unternehmen aus den Tarifgebieten Baden-Württemberg, NRW und Bayern, wo es entsprechende tarifliche Grundlagen gibt. alf

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