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Gewerkschaft Ufo kündigt zweitägigen Streik an : Alle Abflüge der Lufthansa aus Deutschland betroffen

Für Donnerstag und Freitag ruft die Gewerkschaft Ufo die Flugbegleiter der Lufthansa zum Streik auf. Der letzte reguläre Ufo-Streik fand 2015 statt.

Eine Flugbegleiterin steht vor dem Unternehmenssitz von Eurowings bei einer Kundgebung.
Eine Flugbegleiterin steht vor dem Unternehmenssitz von Eurowings bei einer Kundgebung.Foto: Oliver Berg/dpa

Passagiere der Lufthansa müssen an diesem Donnerstag und Freitag wieder mit Streiks der Flugbegleiter rechnen. Die Gewerkschaft Ufo hat zu einem 48-Stunden-Ausstand bei der Lufthansa-Kerngesellschaft zum Ende dieser Woche (7. und 8. November) aufgerufen. Betroffen seien alle Abflüge aus Deutschland, teilte die Gewerkschaft am Montag in Frankfurt mit.

Weitere Aufrufe bei anderen deutschen Flugbetrieben des Konzerns seien jederzeit möglich. Erneut werde der gesamte Konzern betroffen sein, kündigte der Ufo-Vize Daniel Flohr an. Grundsätzlich sind Arbeitsniederlegungen bei der Lufthansa-Kerngesellschaft ebenso möglich wie bei vier weiteren Flugbetrieben mit deutschem Tarifrecht. Die Töchter sind für die Lufthansa selbst, die Eurowings und die SunExpress unterwegs.

Das Unternehmen will den Streik mit juristischen Mitteln stoppen und bereitet gleichzeitig einen Sonderflugplan für die Streiktage vor. Man verurteile den „massiven“ Aufruf der Gewerkschaft Ufo auf das Schärfste und prüfe rechtliche Schritte, erklärte ein Unternehmenssprecher.

In Frage kommen beispielsweise einstweilige Verfügungen beim Arbeitsgericht. Dem Sprecher zufolge bietet die Lufthansa Group täglich rund 580 Abflüge aus Deutschland an. Von diesen 580 Abflügen entfallen demnach etwa 380 auf die Lufthansa.

Lufthansa lehnt Verhandlungen mit der Ufo ab

Für alle fünf Flugbetriebe hat die Ufo jeweils separate Tarifforderungen aufgestellt und sich in Urabstimmungen die Zustimmung der Mitglieder zu Streiks geholt. Die Zustimmung lag nach gewerkschaftlichen Angaben vom Freitag zwischen 77,5 und 96,2 Prozent der abgegebenen Stimmen.

Lufthansa erkennt den noch am Freitag bestätigten Gewerkschaftsvorstand nicht als vertretungsberechtigt an und lehnt Verhandlungen mit der Ufo seit Monaten ab. Die DGB-Gewerkschaft Verdi stünde als Alternative zu Verfügung, hatte aber in der Vergangenheit nicht die Mehrheit der Beschäftigten hinter sich.

100 Flüge fielen bei Warnstreik am 20. Oktober aus

In der Auseinandersetzung hatte Ufo bereits am 20. Oktober einen 19-stündigen Warnstreik bei vier Lufthansa-Tochtergesellschaften veranstaltet und dabei mehr als 100 Flüge ausfallen lassen. Der letzte reguläre Ufo-Streik bei der Lufthansa-Kerngesellschaft datiert aus dem Jahr 2015.

Die Ufo hat erhebliche innergewerkschaftliche Auseinandersetzungen hinter sich. Nach gegenseitigen Untreue-Vorwürfen und staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen sind aus dem einst siebenköpfigen Vorstand nur noch die Vorsitzende Sylvia de la Cruz und ihr Stellvertreter Daniel Flohr übrig. Die Neuwahl der Gewerkschaftsspitze soll zum 14. Februar stattfinden. Der langjährige Ufo-Chef Nicoley Baublies fungiert nach seiner Entlassung aus Lufthansa-Diensten als Pressesprecher der Gewerkschaft. (dpa)

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