Wirtschaft : Gewerkschaft warnt vor Zerschlagung

Bundesregierung soll keine Aktien verkaufen

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Berlin – Die neue Strategie der Deutschen Telekom könnte den Konzern nach Einschätzung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) auseinander- brechen lassen. „Die Gefahr der Zerschlagung der Telekom ist durch den Aufsichtsratsbeschluss gewachsen. Deswegen hat die gesamte Arbeitnehmerbank dagegen gestimmt“, sagte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer, der seit dem Jahr 2000 im Aufsichtsrat des Unternehmens sitzt, dem Tagesspiegel. Die Telekom bestehe schon jetzt aus den zwei Teilkonzernen Mobilfunk und Festnetz, spalte aber die Festnetzsparte weiter auf und bereite damit die Filetierung vor.

Der Bund müsse über 25 Prozent der Anteile behalten, forderte Sommer. „Der Bund darf in dieser Phase auf keinen Fall weiter Aktien verkaufen, weil er sonst die internationalen Finanzinvestoren einladen würde, die Mehrheit zu übernehmen und den Konzern anschließend zu zerlegen. Das ist eine ganz große Gefahr.“ Es liege in den Händen des Finanzministers, eine vernünftige Privatisierungspolitik zu betreiben. „Peer Steinbrück soll aufhören, Investoren wie Blackstone zu hätscheln und zu tätscheln. Man merkt die Absicht und ist verstimmt.“ Sommer sagte, vor Verdi und der Telekom lägen sehr schwere Verhandlungen. „Ich vermute, dass der Streit um die Zukunft der Telekom-Beschäftigten eskalieren wird. Die Menschen sind zu Recht sauer und unendlich verunsichert. Sie sind nicht mehr bereit, die Zeche für schwere Managementfehler und eine verfehlte Regulierungspolitik zu zahlen.“mod

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