„Häuserkampf“ : Arbeitgeber drohen IG Metall mit dem Ende der Tarifbindung

Zu hohe Löhne, zu viel Freizeit – die IG Metall überfordere die Betriebe, sagt der Gesamtmetall-Präsident. Er droht mit dem Ausstieg aus dem Flächentarif.

Ein Schweißer arbeitet in der Werkhalle.
Ein Schweißer arbeitet in der Werkhalle.Foto: Jens Büttner/ZB/dpa

Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger hat der IG Metall mit einem Ende des Flächentarifvertrags gedroht. Der Chef des Arbeitgeberverbandes sagte der „Süddeutschen Zeitung“: „Wenn alle Unternehmen die Tarifbindung verlassen, kann die Gewerkschaft zusehen, wie sie sich im Häuserkampf durchschlägt.“ Der Vertrag regelt seit Jahrzehnten die Arbeitsbedingungen von 1,9 Millionen Beschäftigten in der Metall- und Elektrobranche.

In dem wichtigen Industriezweig gebe es seit längerem Klagen, dass die IG Metall viele Betriebe überfordere. Die Gewerkschaft setze zu hohe Löhne und zu viel Freizeit durch. Dulger sagte der Zeitung, dies führe zu immer mehr Austritten aus seinem Verband.

Von der IG Metall fordert er, dass sogenannte Tagesstreiks künftig nur nach einer gescheiterten Schlichtung erlaubt sein dürfen. Bei der Tarifrunde 2018 hätten diese Streiks insgesamt drei Millionen Arbeitsstunden gekostet. Dagegen könnten sich die Arbeitgeber bisher „gar nicht“ wehren, sagte Dulger.

Die letzte Tarifrunde war besonders umkämpft. Nach mehreren Wochen mit Warn- und Tagesstreiks setzte die IG Metall eine Steigerung der Löhne von 4,3 Prozent durch. Zudem dürfen die Beschäftigten in diesem Juli wählen zwischen acht zusätzlichen freien Tagen oder einer Sonderzahlung in Höhe von 27,5 Prozent eines Brutto-Monatslohns.

„Es war ein sehr, sehr hoher Abschluss, der bei uns zu Austritten geführt hat“, sagte Dulger. „Ich habe da wirklich Sorgen: Sowohl, was die Tarifbindung der Betriebe, als auch die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie betrifft.“ (dpa)

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