Handelsstreit : "Wir sollen besonnen bleiben"

Der Handelsstreit spitzt sich zu, einer der größten deutschen Industrieverbände warnt vor einer Eskalation.

Kevin P. Hoffmann
Michael Ziesemer, Präsident des Elektroverbandes ZVEI vertritt Betriebe mit rund 850 000 Beschäftigten.
Michael Ziesemer, Präsident des Elektroverbandes ZVEI vertritt Betriebe mit rund 850 000 Beschäftigten.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Michael Ziesemer, Präsident des Elektroindustrieverbandes ZVEI, hat die EU zu maßvollen Reaktionen auf die Strafzölle der USA aufgefordert. „Wir sollten besonnen reagieren, an den WTO-Regeln festhalten, die Situation nicht eskalieren, im Dialog bleiben“, sagte Ziesemer dem Tagesspiegel (Montagausgabe). „Wir müssen deutlich machen, dass wir unsere Produkte nicht aufgrund unfairer Handelspraktiken oder wegen Währungsvorteilen verkaufen, sondern weil eine hohe globale Nachfrage nach ihnen besteht“, sagte der ZVEI-Präsident weiter. Wenn es am Ende nicht anders gehen, dürfe man es aber auch nicht beim Reden belassen. „Wir müssen die dann von der EU beschlossenen Gegenmaßnahmen geschlossen unterstützen.“

 

Die USA sind nach China der wichtigste Markt der Branche. „Wir haben im vergangenen Jahr Waren im Wert von mehr als 17 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten ausgeführt und Elektrotechnik und Elektronik für knapp elf Milliarden Euro von dort importiert“, sagte Ziesemer. Die USA seien der zweitgrößte Lieferant für den deutschen Elektromarkt. „Insofern sollte auch die US-Seite beunruhigen, was sie da derzeit handelspolitisch anzettelt. Handelskriege kennen am Ende nur Verlierer“, sagte der ZVEI-Präsident dem Tagesspiegel.

 

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