IFA 2018 in Berlin : So viele Aussteller waren noch nie bei der Funkausstellung

Die Ifa in Berlin startet mit einem Ausstellerrekord. Sprachassistenten stehen in diesem Jahr im Zentrum der Elektronikmesse.

Smarte Lautsprecher und Sprachsteuerung stehen im Zentrum der Ifa.
Smarte Lautsprecher und Sprachsteuerung stehen im Zentrum der Ifa.Foto: Pedersen/dpa

Die IFA startet optimistisch in ihre nächste Ausgabe. Die Ausstellerzahl erreicht mit 1814 einen neuen Rekord. Von Freitag an werden sie ihre neuesten Produkte auch den privaten Besuchern präsentieren. Insgesamt dürften wie im vergangenen Jahr auf dem völlig ausgebuchten Messegelände und dem Zusatzort am Gleisdreieck wieder Waren für rund 4,7 Milliarden Euro geordert werden. „Die IFA ist das „Smart Home“ für die digitale Welt“, sagte der Chef der Messe Berlin, Christian Göke, am Mittwoch zur Eröffnung. Keine andere Messe sei so international und gebe dem Markt so viele Impulse wie die IFA.

Der Markt für Unterhaltungselektronik behaupte sich trotz negativer Einflüsse wie etwa den Handelskonflikten zwischen China und den USA in stabiler Situation, sagte Hans-Joachim Kamp, Aufsichtsratsvorsitzender der Messe-Ausrichterin gfu. Nach zwei Pressetagen öffnet die IFA am Freitag ihre Tore für alle Besucher. An diesem Tag will Berlins Bürgermeister Michael Müller (SPD) einen Messerundgang machen. Erstmals findet in diesem Jahr in Kooperation mit dem Genfer Autosalon eine Fachtagung statt, die die Brücke zwischen der Technologie- und Autoindustrie schlagen soll. Für Startups gibt es das zweite Jahr in Folge gesonderte Veranstaltungen. Im vergangenen Jahr zählten die Veranstalter rund 230 000 Besucher.

Sprachassistenten und künstliche Intelligenz gehören auf der Ifa in Berlin zu den großen Trends. Der Digitalverband Bitkom sagt dabei den smarten Lautsprechern mit solcher Software eine große Zukunft voraus. Bereits 13 Prozent der Menschen in Deutschland besitzen einer Studie zufolge einen Amazon Echo, Google Home oder HomePod von Apple.

Demnach haben 84 Prozent der Bundesbürger bereits von digitalen Sprachassistenten gehört, 2016 waren es erst fünf Prozent. Hierzulande brachte Amazon seinen ersten intelligenten Lautsprecher Echo allerdings erst Ende 2016 auf den Markt. „Wir erleben gerade den rasanten Aufstieg intelligenter Sprachassistenten“, sagte Christopher Meinecke vom Bitkom. Diese seien im Bewusstsein der Bürger angekommen. Die Studienergebnisse veröffentlichten der Bitkom und das Beratungshaus Deloitte zum Start der Ifa in Berlin. Viele der Anbieter sind auf der Internationalen Funkausstellung. So kommt ein Bosch-Rasenmäher jetzt mit Alexa daher und kann per Befehl gestartet, gestoppt oder geparkt werden. Der dänische Spezialist Bang & Olufsen vertraut hingegen auf den Google Assistant bei seinen vernetzten Lautsprechern.

Telekom verschiebt Start für eigenen Sprachassistenten

Künftig würden sich immer mehr Geräte wie selbstverständlich mit der Stimme steuern lassen, sagte Meinecke. „Hier entsteht gerade ein neuer Milliardenmarkt.“ Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) kann sich demnach vorstellen, Geräte künftig per Sprache zu bedienen. Aktuell steuern 37 Prozent der Nutzer ihre Smart-Home-Anwendungen mit der Stimme. Das Smartphone liegt als Steuerzentrale allerdings noch weit vorn: Handy oder Tablet nutzen 76 Prozent der Nutzer für die Kontrolle ihrer vernetzten Geräte zu Hause.

Auch die Telekom plant einen eigenen Assistenten, der auf den Zuruf „Hallo Magenta“ hören und verschiedene Dienste vernetzen soll. Der Konzern muss den Marktstart jedoch verschieben. „Um unseren Qualitätsanforderungen gerecht zu werden, nehmen wir uns etwas mehr Zeit für Tests und für das Training der Sprachplattform des intelligenten Lautsprechers der Telekom“, sagte eine Sprecherin. Ursprünglich war der Start in Deutschland für den Sommer angekündigt. Die Telekom will in Kürze über das weitere Vorgehen informieren.

Ein weiterer Trend sind Anwendungen für Augmented Reality (AR), übersetzt etwa erweiterte Realität. Entsprechende Apps, bei denen virtuelle Gegenstände in die reale Umgebung integriert werden, sprössen derzeit aus dem Boden, sagte Klaus Böhm von Deloitte. „Nicht nur Spiele treiben das Thema an, sondern auch Anwendungen für Lerninhalte, der Einsatz beim Einkaufen und in der Werbung sowie für die Navigation.“ Im Geschäftsumfeld seien solche Anwendungen bereits etabliert, nun komme AR auch im privaten Umfeld an.

ov/dpa/rtr

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