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IMK-Direktor Sebastian Dullien : Lage der Wirtschaft so ernst wie in der Eurokrise

Sebastian Dullien, Chef des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), sorgt sich um die Wirtschaft. Er fordert ein enormes Konjunkturprogramm.

Vor allem die Entwicklung in der Autoindustrie hält Dullien für besorgniserregend.
Vor allem die Entwicklung in der Autoindustrie hält Dullien für besorgniserregend.Foto: imago/Rainer Weisflog

 Für den Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) befindet sich „die deutsche Wirtschaft in der ernstesten Situation seit der Eurokrise“. Vor allem Absatzschwäche und Strukturwandel der Autobranche seien besorgniserregend. „Seit mehr als einem Jahr schrumpft die Industrie“, sagte Dullien dem Tagesspiegel.

 Der Ökonom plädierte für ein 450 Milliarden Euro schweres öffentliches Konjunkturprogramm. „Wir bräuchten einen langfristigen Masterplan zum Klimaschutz über einige Jahrzehnte mit klaren Vorgaben und Maßnahmen“, sagte Dullien. Es bestehe aber die Gefahr, „dass wir eine Zusammenstellung bekommen von Projekten einzelner Ministerien oder Personen, die nicht eingebettet sind in ein Gesamtkonzept, an dem man im Übrigen auch die Grünen beteiligen sollte“.

Die Fiskalpolitik habe derzeit die größten Spielräume, meinte der Chef des vom DGB finanzierten Wirtschaftsforschungsinstituts. „Der Staat muss mehr Schulden machen, damit der Zins wieder steigt“, sagte Dullien dem Tagesspiegel.  "Wenn wir eine Politik nach Kassenlage machen, dann fallen große strategische Projekte hinten runter. Oder es gibt stattdessen volkswirtschaftlich sinnlose Dinge wie die Mütterrente oder das Baukindergeld“, meinte der Ökonom.

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