Sozialbaupläne platzen wegen des Preises

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Bauvorhaben am Viktoriaspeicher in Kreuzberg : Investor Schimmang sieht Grund zur Klage
Der Viktoriaspeicher gehört zu den markanten Industriegebäuden entlang der Spree.
Der Viktoriaspeicher gehört zu den markanten Industriegebäuden entlang der Spree.Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Um den Wunsch Berlins und des Bezirks nach der Schaffung bezahlbaren Wohnraums zu erfüllen, führte Schimmang nach eigener Darstellung 2014 Gespräche mit der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Howoge, laut Homepage „einer der größten Vermieter Deutschlands“. „Erklärtes Ziel war, dass wir für die Howoge Gebäude errichten sollten, deren Wohnungen sozialverträglich vermietet werden sollten“, erinnert sich Schimmang.

Wegen der Tatsache, dass die Howoge für einen Quadratmeter Wohnfläche aufgrund rechtlicher Vorgaben nicht mehr 2600 Euro einschließlich aller Nebenkosten und des Grundstücksanteils bezahlen durfte, seien diese Gespräche gescheitert. „Unter Berücksichtigung dieses Preises verblieben für die Baukosten lediglich 1630 Euro“, rechnet Schimmang. Hierin eingeschlossen seien nicht einmal die Kosten für eine Tiefgarage und die Errichtung der Außenanlagen.

Bei der Howoge will man von diesen Gesprächen mit Schimmangs Spreepark GmbH & Co. KG heute nichts mehr wissen. Rilana Mahler, stellvertretende Pressesprecherin des Unternehmens, schreibt auf eine entsprechende Tagesspiegel-Anfrage: „Da es zwischen der Behala und Herrn Schimmang zu keinem Nutzen-Lasten-Wechsel gekommen ist, haben zwischen der Howoge und Herrn Schimmang keine konkreten Verhandlungen stattgefunden.“

Für das Grundstück ist eine Mischnutzung mit hohem Wohnanteil vorgesehen

Auf Nachfrage erklärt Schimmang, er sei mit Howoge-Geschäftsführerin Stefanie Frensch, dem Leiter Neubau, Stefan Schautes, und dem Leiter Development, Jens Wadle, im Gespräch gewesen.

Und wie soll es nun weitergehen mit der Behala-Fläche, nachdem es in den vergangenen 14 Jahren nicht gelungen ist, eine Einigung mit der „Störfallfirma“ Otek GmbH zu erreichen? „Es gibt mehrere interessierte Investoren. Im nächsten Jahr soll das Grundstück an den Bieter mit dem besten Konzept vergeben werden“, sagt Martin Pallgen, Sprecher der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Das dürfte auch im Sinne der BVV Friedrichshain-Kreuzberg sein, die sich ebenfalls ablehnend zu den Plänen des Investors gezeigt hatte.

Für das Grundstück sei ein Mischnutzung mit hohem Wohnanteil inklusive Sozialwohnungsanteil vorgesehen. Für die Vergabe des Grundstücks werde ein Konzeptverfahren durchgeführt. Und mit Blick auf Schimmang: „Der Investor kann sich daran selbstverständlich beteiligen.“ Was will man mehr?