Immobilien : Blütenpracht hinter Glas

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Gut 70 Jahre alt dürfte mittlerweile ein Teil der Kamelien sein, die im Gewächshaus des Botanischen Gartens Berlin zur Zeit ihre prächtigen Blüten entfalten. Nirgendwo in Berlin gibt es einen vergleichbaren Anblick: ein Blütenmeer in strahlendem Weiß, Rot, Rosa und Gelb. Doch wer die Nase in die leuchtenden, bis zu handflächengroßen Kamelienblüten versenkt, wird ein wenig enttäuscht sein. Kaum merklich ist der Duft, den japanische Wissenschaftler und Parfümeure analysierten. Sie entdeckten ein Spektrum, das von „pflaumenartig mit einer frischen, grünen Note der Hyazinthe bis zu einem puderig-feinen, süßen Duft“ reichen soll, heißt es in einer Mitteilung des Botanischen Gartens. Bei optimalen Bedingungen, wie sie im Gewächshaus geboten werden, können die asiatischen Frühlingssymbole uralt werden.

Eine der ältesten ihrer Art in Europa ist die Kamelie im Schlosspark von Pillnitz in Sachsen. Sie steht bereits seit 1801 an ihrem Standort, seit 1992 versehen mit einem fahrbaren Schutzhaus aus Glas, in dem ein Klimacomputer die Umweltbedingungen regelt. Sie hat mittlerweile eine Höhe von 8 Meter 60 und einen Durchmesser von elf Metern erreicht. Die Blütezeit soll bis Mitte April andauern, Park und Schloss können täglich von 10 bis 17 Uhr besucht werden.

Ebenfalls in Sachsen, in Zuschendorf unweit des historischen Stadtkerns von Pirna gelegen, sind die „Seidelschen Kamelien“, der Kronschatz des sächsischen Zierpflanzenbaus, beheimatet. Seidel gründete 1813 gemeinsam mit seinem Bruder eine Gärtnerei für Kamelien in Dresden, die als erste Spezialgärtnerei ihrer Art in Deutschland gilt. Seine Nachfahren begrenzten bis 1897 das Sortiment auf 100 der besten Sorten, die sich heute vollständig in den Gewächshäusern von Zuschendorf befinden. Wissenschaftlich betreut vom Botanischen Institut der TU Dresden wurden die Kamelien der Seidel’schen Gärtnerei um weitere 120 Sorten vermehrt. Wetterabhängig beginnt die Blütezeit auch hier Ende Februar/Anfang März.

Weitere Kamelienstandorte in Sachsen mit einer über 200-jährigen Tradition sind Roßwein und Königsbrück. Hier gibt es neun 50- bis 90jährige und drei über 180 Jahre alte Exemplare. Zu sehen sind sie bis zum 1. April sonn- und feiertags von 10-17 Uhr. W.H.

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