Hotspots Son Vida und Genova werden immer teurer

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Ferienimmobilien auf Mallorca : Suchende wie Sand am Meer
Luxuriöse 400-qm-Villen kosten auf Mallorca um die zwei Millionen Euro, 15 000 Quadratmeter Land inklusive.
Luxuriöse 400-qm-Villen kosten auf Mallorca um die zwei Millionen Euro, 15 000 Quadratmeter Land inklusive.Foto: Reinhart Bünger

Dennoch rechtfertigen sich die Mehrkosten für Meerblick oder erste Meereslinie häufig, sagen die Makler: „Wer seine Ferienimmobilie als Kapitalanlage sieht und in die Ferienvermietung geben möchte, kann mit Meerblick in der Regel höhere Übernachtungspreise erzielen und mit einer höheren Auslastung rechnen“, erzählt Ralf Spielvogel beim Abendessen im Cassai Beach House. Er ist als Geschäftsführer von Porta Mallorquina Real Estate und der Ferienvermietungsgesellschaft Porta Holiday mit beiden Geschäftszweigen bestens vertraut.

Der Ferienimmobilienmarkt ist auf Mallorca traditionell von überdurchschnittlich gut ausgestatteten Objekten geprägt. Vor allem der Südwesten, der Südosten sowie die Hauptstadt Palma mit ihrem Umland verfügen über ein sehr großes Angebot an Luxusimmobilien, was sich auf die Durchschnittspreise auswirkt. Gut jede zehnte Immobilie in dieser Region wird für mehr als 6000 Euro pro Quadratmeter angeboten. Die stärkste Preissteigerung ermittelten die Freiburger Wissenschaftler im Umland von Palma mit Hotspots wie zum Beispiel Son Vida und Genova. Hier stiegen die Durchschnittspreise für hochwertige Ferienimmobilien auf rund 6632 Euro pro Quadratmeter.

Jede Dritte zum Verkauf stehende Immobilie befindet sich im Südwesten, ein Wert, der seit Jahren stabil geblieben ist. Deutlich gestiegen ist hingegen die Anzahl der Immobilienangebote in der Inselmitte, rund 12 Prozent der Immobilien befinden sich im Zentrum Mallorcas, eine der wenigen Regionen, die vom hohen Abverkauf im letzten Jahr noch nicht so immens betroffen war.

Nach Einschätzung des Platzhirsches unter den Ferienimmobilienmaklern, Engel & Völkers, ist die Nachfrage nach Wohnimmobilien auf Mallorca ungebrochen hoch. Die Anzahl der Transaktionen am Gesamtmarkt sei 2017 um rund 20 Prozent gestiegen, teilte das Franchiseunternehmen mit. „Die positive Entwicklung stärkt das Vertrauen der Käufer, weil sie in einen kontinuierlich wachsenden Markt investieren“, sagt Florian Hofer, Geschäftsführer von Engel & Völkers auf den Balearen. Hier wird es also auch interessant für Anleger.

Für Schnäppchenjäger wird es eng

Mit die exklusivsten Gegenden der Inselmitte sind laut Engel & Völkers Santa Maria und Alaró. Zu den begehrtesten Objektarten zählen dort klassische Fincas mit moderner Ausstattung. Hochwertige Immobilien dieser Art erzielten 2017 einen Durchschnittspreis von 1,8 Mio. Wer sich so etwas zur Eigennutzung und als Kapitalanlage leistet, macht sich Gedanken über Rendite und Refinanzierung.

220 Ferienimmobilien bietet zum Beispiel das Unternehmen Porta Holiday inzwischen zur Vermietung an. „In der Hotelsaison lässt sich damit gutes Geld verdienen, man darf als Eigentümer nur nicht selbst kommen“, sagt Immobilienunternehmer Joachim Semrau, zu dessen im Februar gegründeter Homes & Holiday AG der Ableger Porta Holiday gehört. Die Firma reklamiert 37 Prozent des Vermietungsumsatzes für sich – für die Gästeakquise 17 Prozent, für Bewirtschaftung und Nebenkosten 20 Prozent. Zwanzig bis dreißig Wochen im Jahr kann theoretisch vermietet werden, von April bis Oktober ist Saison. Zu Gute kommt der Geschäftsidee, dass auch auf Mallorca mehr und mehr Ferienimmobilien an die nächste Generation weitervererbt werden und dass mehr als fünfzig Prozent der Erwerber von Ferienimmobilien zunächst selbst regelmäßig gemietet haben.

Vor allem für Schnäppchenjäger sei der Markt eng geworden, hat Studienleiter Professor Marco Wölfle (CRES) festgestellt. Die Anzahl der Angebote ist zwar annähernd gleich zum Vorjahr, aber die günstigen Bestandsimmobilien würden immer weniger und dafür der Anteil an luxuriösen Neubauten immer höher. Käufer müssen höher einsteigen. Die Mallorquiner rüsten nach und sie rüsten auf – die Käuferflut, sie ebbt nicht ab.

Weitere Informationen unter: www.porta-mallorquina.de/blog/markstudie-mallorca-ferienimmobilien-2018/

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