Clean Tech Business Park in Marzahn wird im September 2015 eröffnet

Seite 2 von 2
Gewerbeimmobilien : Blick für den richtigen Winkel
Kiez der Kreativen. Rund um die Bergmannstraße in Kreuzberg fühlen sich viele Gründer wohl. Doch auch in den Randbezirken gibt es geeignete Flächen.
Kiez der Kreativen. Rund um die Bergmannstraße in Kreuzberg fühlen sich viele Gründer wohl. Doch auch in den Randbezirken gibt es...Foto: imago/Müller-Stauffenberg

Tim Brandt von der Industrie- und Handelskammer (IHK) glaubt, dass die deutsche Hauptstadt mit ihrer Gründer-Dynamik bald an der bisherigen Start-up-Hochburg London vorbeiziehen kann. Wobei das unterschiedliche Preisniveau in den beiden Metropolen eine nicht zu übersehende Rolle spielt. Mit günstigen Angeboten lockt Berlin die Kreativen aber nicht nur in die Innenstadt. Tim Brandt: „Wir können hier jedem Start-up ein Angebot machen. Es gibt in Berlin viele geeignete Flächen auch in den Randbezirken.“ Ein Beispiel dafür ist der Clean Tech Business Park in Marzahn, der Anfang September 2015 offiziell eröffnet wird.

Viele Start-ups kommen direkt aus dem studentischen Umfeld an den Hochschulen. Die Humboldt-Universität bietet im Gründerzentrum in Adlershof gute Arbeitsbedingungen für Nachwuchsunternehmer. Dort haben am Technologiestandort zahlreiche High-Tech-Unternehmen ihren Sitz, es gibt Labore und Forschungseinrichtungen. Volker Hofmann, Geschäftsführer der Humboldt-Innovation GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Humboldt-Universität, unterstützt die Gründer und weiß, worauf es ankommt: „Unbedingt wichtig ist die Nähe zur Wissenschaft. Der Austausch von Know- how hat für die Neuunternehmer große Bedeutung.“

GSG Berlin setzt auf kompakte Konzepte

Ein zweites Gründerhaus unterhält die Humboldt-Universität in der Luisenstraße in Mitte. Dort bietet sie Räume für Büros an. Vor kurzem ist kaputt.de, ein Start-up, das unter der Devise „Reparieren lohnt sich“ die Wegwerfmentalität in Bezug auf alte Elektrogeräte wie Handys eindämmen möchte, vom Kreuzberger Domizil in das HU-eigene Gründerhaus umgezogen. Die Nähe zu anderen Anbietern und das günstige Angebot von Seminarräumen überzeugten.

Die GSG Berlin, die in der Stadt mehr als 40 Gewerbehöfe betreibt, setzt ebenfalls auf kompakte Konzepte. Ein Beispiel dafür ist das Betahaus in der Prinzessinnenstraße in Kreuzberg. Dort werden den Kreativen günstige Konditionen geboten wie reduzierte Gründermieten und Zuschüsse zu Mieterausbauten. Anfangs standen 1000 Quadratmeter zur Verfügung, inzwischen sind es schon 2500 Quadratmeter Raum für Workshops, Meetings und Seminare „in lockerer Kaffeehaus-Atmosphäre“. Wenn es dort zu eng werden sollte, stehen für Newcomer Flächen an anderen GSG-Standorten zur Verfügung, zum Beispiel am Econopark in Marzahn gleich gegenüber vom CleanTech Business Park.

Am Ende ist freilich das Arbeitsgebiet entscheidend. Das bestätigt auch Claudia Hamboch, Pressesprecherin der Senatswirtschaftsverwaltung. Start-ups im Medienbereich fühlten sich in Mitte und Kreuzberg besonders wohl, „weil dort die Vernetzung leicht fällt und eine kreative Atmosphäre herrscht. Technologieparks hingegen sind geeigneter, wenn die Vernetzung zu Hochschul- oder Forschungseinrichtungen gesucht wird und gemeinsame Serviceflächen wichtig sind.“

Artikel auf einer Seite lesen

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben