Immobilien : Malerischer Blickfang

Blumenhartriegelarten blühen überreich und zeigen bis zur dekorativen Blattfärbung leuchtende Früchte

Tassilo Wengel

Jedes Jahr im Vorfrühling beeindrucken aufs Neue die leuchtend goldgelben Blüten der heimischen Kornelkirsche (Cornus mas), die sich noch vor dem Austrieb der Blätter zeigen. Dieses dekorative Gehölz, das ab August mit seinen glänzend roten, essbaren Steinfrüchten einen weiteren schönen Anblick bietet, gehört zu den etwa 40 Arten, die zur Gattung der Hartriegel (Cornus) zählen. Sie sind vor allem in den gemäßigten Zonen Asiens, Europas und Nordamerikas heimisch.

Ein ausdrucksstarkes Solitärgehölz der Gattung ist der langsam wachsende sogenannte Blumenhartriegel mit seinen Sorten. Die Schmuckwirkung der Pflanzen im Frühling besteht in den unzähligen Blüten, die von weißen oder farbigen Hochblättern (Brakteen) umgeben sind. Bekanntester Vertreter ist Cornus florida, der aus Nordamerika stammt und bei uns häufig in den Hausgärten zu finden ist. Die Pflanze entwickelt sich zu einem vier bis sechs Meter hohen Baum mit grünen bereiften Trieben und eiförmig zugespitzten Blättern. Die Blüten mit den vier weißen Hochblättern bilden sich erst, wenn das Exemplar eine Höhe von etwa zwei Metern erreicht hat. Sie erscheinen dann zahlreich im Mai. Einen weiteren farblichen Höhepunkt gibt es im Herbst, wenn sich das Laub in Scharlachrot bis Violett verfärbt. Wer Wert auf besonders große weiße Scheinblüten legt, sollte die Sorte „Cloud Nine“ wählen.

Doch im natürlichen Verbreitungsgebiet gibt es nicht nur Arten mit weißen, sondern auch mit mehr oder weniger intensiv rosa gefärbten Hochblättern. Einige dieser Exemplare wurden ausgelesen, vegetativ vermehrt und als Sorten in den Handel gebracht. Die bekannteste „rote“ Form ist Cornus florida „Rubra“, die allerdings keine roten, sondern hell- bis dunkelrosafarbene Hochblätter hat. Intensiver gefärbt sind die Blütenstände bei „Cherokee Chief“, wohl die beste rote Sorte überhaupt. Ein Nachteil ist die kurze Blütezeit, die bei Cornus florida und ihren Sorten maximal nur zwei Wochen andauert.

Ebenfalls aus Nordamerika stammt der Berg-Blumenhartriegel (Cornus nuttallii). Er wächst in lichten Nadelwäldern und entwickelt sich zu einem Baum bis zu 25 Metern Höhe. In unseren Breiten wächst er mehr strauchförmig und wird zwischen drei und sechs Meter hoch. Die Blätter färben sich im Herbst prachtvoll gelb bis orangerot. Im Mai und Juni erscheinen kleine Blüten, die in gelblich-purpurnen Köpfchen vereint und von grünlichweißen bis cremefarbenen Hochblättern umgeben sind. Im Verblühen nehmen die Scheinblüten dann langsam eine rosa Farbe an.

In Japan und Korea hat der Japanische Blumenhartriegel (Cornus kuosa) seine Heimat. Er wächst dort als fünf bis sieben Meter hoher Baum in sommergrünen Wäldern und hat aufstrebende, später ausgebreitete Äste. Die Blätter sind elliptisch, dunkelgrün und zugespitzt. Auch sie wechseln im Herbst die Farbe und leuchten in Gelb bis Scharlachrot.

Im Juni schmückt sich der Japanische Blumenhartriegel massenhaft mit kleinen, grünlichgelben Blütenköpfchen, die über dem Laub stehen. Sie werden von vier weißen, länglichen Hochblättern umgeben, die zehn bis 14 Tage an der Pflanze bleiben.

Diese Art wird jedoch vom Chinesischen Blumenhartriegel (Cornus kuosa var. chinensis) übertroffen, der in seiner natürlichen Heimat baumförmig wächst. Ihn gibt es, was Wuchsform und Blattgröße betrifft, in sehr unterschiedlichen Erscheinungsformen. Da bei Sämlingspflanzen der Knospenansatz sehr unsicher ist, sollte man nur veredelte oder vegetativ vermehrte Pflanzen kaufen. Im Handel werden mehrere Sorten angeboten, von denen Cornus kuosa var. chinensis, „Weiße Fontäne“, besonders empfehlenswert ist. Sie besticht durch ihren überhängenden Wuchs und die Fülle von Blüten, die sich von Juni bis Mitte Juli zeigen. Das geschieht allerdings erst dann, wenn die Pflanze eine Höhe von zwei bis zweieinhalb Metern erreicht hat. Die kleinen Blüten sind von großen, spitzen weißen Hochblättern umgeben, die sich im Verblühen rosa färben. Andere Sorten mit weißen Hochblättern sind „Milky Way“‘ und „China Girl“.

Eine sehr schöne Züchtung mit rosafarbenen Scheinblüten ist „Satomi“, die ebenfalls ab einer Wuchshöhe von zwei Metern zuverlässig und prächtig blüht. Die Zeit zwischen Blüte und Herbstfärbung des Laubs überbrücken erdbeerartige Früchte, die mit ihrem leuchtenden Rot einen fantastischen Blickfang bieten.

Alle Blumenhartriegel lieben einen sonnigen bis halbschattigen Standort und einen frischen bis feuchten Boden. Man kann sie auf sauren bis neutralen Böden bis zum pH-Wert 7 pflanzen. Sie sollten am besten sandig-humos oder lehmig-humos sein, gut durchlüftet und nicht unter Staunässe leiden. Empfehlenswert ist es beim Pflanzen, den Boden mit Komposterde zu verbessern. Denn Blumenhartriegel vertragen weder zu viel Nässe noch Trockenheit. Empfehlenswert ist es, den Boden unter dem Blumenhartriegel ringsherum mit Rindenhumus zu mulchen oder zu bepflanzen, beispielsweise mit Storchschnabel, Frauenmantel, Purpurglöckchen oder auch Immergrün oder Geldnessel. Auch Funkien und Farne sind geeignet.