Senat will Minilofts verbieten

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Minilofts : Eine Nummer kleiner
Wie zu Hause. Ein Apartment aus dem Pool der Vermittlung Suite 030.
Wie zu Hause. Ein Apartment aus dem Pool der Vermittlung Suite 030.Foto: Promo

Was Individualtouristen zu schätzen wissen, ist manchen Anwohnern und auch dem Berliner Senat ein Dorn im Auge. Mit einem Gesetz zum „Verbot der Zweckentfremdung von Wohnraum“ will er gegen die gewerbliche Nutzung von Wohnungen vorgehen und so die Wohnungsnot in der Hauptstadt lindern. Davon könnten auch Feriendomizile wie die „Minilofts“ betroffen sein. Matthew Griffin hat daher zusammen mit weiteren Betreibern von Kurzzeit-Apartments im Juni das Netzwerk Apartment Allianz Berlin gegründet.

„Das geplante Gesetz wird das Problem nicht lösen“, ist Griffin überzeugt. Die Anzahl der Ferienwohnungen – geschätzt sind es zwischen 3000 und 12 000 –  stehe in keinem Verhältnis zu dem weit größeren Bedarf an neuem Wohnraum. Der einzige Weg, die Wohnraumknappheit zu bekämpfen, sei es, gute Bedingungen für den Wohnungsbau zu schaffen.

Eigentlich waren Griffin und Jürgens vor rund 14 Jahren nicht mit der Idee angetreten, eines Tages Ferienwohnungen zu vermieten. Den unsanierten Altbau in Sichtweite des Naturkundemuseums kauften sie in erster Linie, um sich dort kreativ auszutoben. Bewusst suchten sie nach einem Grundstück mit bestehender Bebauung, das gleichzeitig Raum für einen Neubau zuließ. Die Kombination aus Alt und Neu reizte die beiden Architekten, die spätere Nutzung war zweitrangig.

„Wohnungen oder Büros – beides wäre infrage gekommen. Doch weder mit Wohnraum- noch mit Gewerbemieten könnten wir das hier finanzieren“, sagt Britta Jürgens heute. So wurde die „Miniloft“-Idee geboren. Für eine Woche im Juli zahlt zum Beispiel eine vierköpfige Familie zwischen 840 und 1140 Euro; pro Nacht sind das rund 120 bis 160 Euro – je nach Apartment-Typ.

Auch Nachhaltigkeit ist in den „Minilofts“ ein Thema. Anstatt einer Klimaanlage gibt es ein Sonnenschutzsystem, um den Energieverbrauch im Sommer zu reduzieren. Der Strom kommt zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien. Ein Grasdach reduziert den Regenwasserablauf und trägt zur Verbesserung des Mikroklimas bei. Eigentlich ist das ja privat – doch wenn sich ein Gast auf die Naturwiese verirrt, darf er trotzdem eine Weile bleiben. Ganz wie zu Hause eben.

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