Immobilien : Wie viel Ahnung darf’s denn sein? an Katrin Dittert Fachanwältin für Miet- und WEG-Recht

Sich „Makler“ zu nennen, ist leicht – gut beraten können nur Fachleute

an Katrin Dittert

Unsere Mietwohnung haben wir über einen freiberuflichen Makler gefunden, der erzählte, er mache das „so nebenher“. Auch wenn wir mit ihm zufrieden waren, fragen wir uns, ob das so einfach geht? Muss man dafür keine spezielle Ausbildung mitbringen oder andere Voraussetzungen erfüllen?

Wer mit Immobilien, also Wohnungen oder Grundstücken makelt, benötigt hierfür keine spezielle Ausbildung. Für eine erfolgreiche Tätigkeit ist sie jedoch jedem Makler zu empfehlen, da der Makler gegenüber seinen Kunden z.B. auch Aufklärungs- und Informationspflichten über die Immobilie hat.

Auch muss der Makler seinen Auftraggeber ordnungsgemäß beraten, da er für Fehler haftet. Der Umfang der Beratungspflicht geht zumindest so weit, dass ein Makler für die Erteilung unzutreffender steuerlicher oder rechtlicher Ratschläge verantwortlich ist. Im eigenen Interesse sollte sich ein Makler daher fachliche Kenntnisse aneignen.

Ein Makler muss jedoch, auch wenn er nur gelegentlich oder „so nebenher“ makelt, eine Erlaubnis hierfür besitzen. Die Vermakelung von Wohnungen stellt nämlich eine gewerbliche Tätigkeit dar, so dass eine behördliche Erlaubnis gemäß § 34 c Gewerbeordnung erteilt werden muss. Die Merkmale einer gewerblichen Tätigkeit sind im Wesentlichen die Selbständigkeit, die Absicht, Gewinne zu erzielen und die wiederholte Tätigkeit. Die Erlaubnis wird dann erteilt, wenn der Makler nicht einschlägig vorbestraft ist, er keine eidesstattliche Versicherung abgegeben oder Insolvenz angemeldet hat.

Weitere fachliche Voraussetzungen werden nicht verlangt, eine Berufsausbildung ist also nicht nachzuweisen. Die Makler- und Bauträgerverordnung enthält darüber hinaus noch besondere Berufsausübungsregelungen zum Schutz der Auftraggeber vor unseriösen und nachlässigen Gewerbetreibenden. In Immobilienanzeigen muss ein Makler sich immer als ein solcher zu erkennen geben, da es sich sonst um eine irreführende Werbung gemäß § 3 UWG handelt.

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