Inklusive Madame Tussauds : Lego-Familie will Legoland zurückkaufen

Zusammen mit einem Investor bietet die Lego-Familie Milliarden: Sie will unter anderem die Legoland-Freizeitparks zurückkaufen.

Die Welt im Kleinen kann man im Legoland entdecken - hier in Berlin.
Die Welt im Kleinen kann man im Legoland entdecken - hier in Berlin.Foto: DPA

Die Lego-Eigentümerfamilie Kristiansen kauft mit Hilfe des US-Finanzinvestors Blackstone die Legoland-Freizeitparks zurück. Die dänische Familienholding Kirkbi und Blackstone bieten 5,9 Milliarden Pfund (6,6 Milliarden Euro) für die in London börsennotierte Merlin Entertainments, der auch die "Madame Tussauds"-Wachsfigurenkabinette gehören. Kirkbi-Chef Sören Thorup Sörensen sagte am Freitag, die Legoland-Parks und die übrigen Sparten von Merlin könnten sich am besten abseits der Börse entwickeln. Das Unternehmen von der Börse zu nehmen, hatte im Mai der aktivistische Investor ValueAct gefordert, weil sich nur so die nötigen Investitionen finanzieren ließen.

Kirkbi gehören bereits 29,6 Prozent an Merlin, nachdem die Familie des Gründer-Enkels Kirk Kristiansen die Freizeitparks 2005 an das Unternehmen verkauft hatte. Kristiansen gilt als drittreichster Däne. Künftig soll Kirkbi der Offerte zufolge 50 Prozent der Anteile halten, die übrigen 50 Prozent liegen bei Blackstone und dem kanadischen Pensionsfonds CPPIB. Der US-Investor war schon zwischen 2005 und 2013 zusammen mit Kirkbi an Merlin beteiligt, dann brachten beide die Firma an die Börse.

Es geht um bis zu 28.000 Jobs

Ein offener Brief von ValueAct an den Merlin-Vorstand hatte die damals bei 333 Pence gehandelte Aktie nach oben schnellen lassen. Ein Insider sagte, das Konsortium um Kirkbi habe bereits vor dem Vorstoß von ValueAct ein erstes Angebot über 425 Pence je Aktie vorgelegt. Bei 455 Pence schlug die Führung von Merlin nun ein. Es ist eine der größten Firmenübernahmen durch Beteiligungsgesellschaften in diesem Jahr. Finanzinvestoren sind derzeit mit vollen Taschen auf der Suche nach Unternehmen, die sie kaufen können.

Merlin Entertainments betreibt weltweit 130 Freizeitzentren, darunter den britischen Themenpark Alton Towers, zehn Hotels und sieben Feriendörfer, die nach Unternehmensangaben jährlich von 67 Millionen Gästen besucht werden. Während der Saison arbeiten dort bis zu 28.000 Menschen. rtr

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