Bis Ende des Jahres sollen rund 80 Arbeitsplätze neu entstehen

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Innovationsschub : „Wir müssen ein bisschen paranoid sein“
Im Innovationslabor. Die Immobilienscout-Manager Dirk Herzbach und Holger Dieterich mit Deskwanted.com-Gründer Joel Dullroy (von links).
Im Innovationslabor. Die Immobilienscout-Manager Dirk Herzbach und Holger Dieterich mit Deskwanted.com-Gründer Joel Dullroy (von...Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Es ist natürlich kein Zufall, dass alle Start-ups etwas mit Immobilien zu tun haben. „Wir müssen ein bisschen paranoid sein“, erklärt Marc Stilke, Geschäftsführer von Immobilien-Scout. „Wir selbst haben mit unserem Angebot andere Medien überflüssig gemacht. Nun müssen wir darauf achten, dass niemand kommt, der uns überflüssig macht.“ Die Start-up-Phase hat das 1997 gegründete Unternehmen längst hinter sich. Immobilien-Scout ist nach eigenen Angaben der größte deutsche Internetmarktplatz für Immobilien mit mehr als sieben Millionen Besuchern pro Monat. Rund 40 000 gewerbliche und etwa 70 000 private Immobilienanbieter nutzen die Plattform. Umsatz und Ergebnis veröffentlicht das seit Oktober 2007 vollständig zur Deutschen Telekom gehörende Unternehmen nicht.

Inzwischen beschäftigt Immobilien- Scout 550 Mitarbeiter, davon 250 in Vertrieb- und Marketing und 200 in der Produktentwicklung. Seit 2011 ist das Unternehmen auch in Österreich aktiv und neuerdings auch in Asien. Im Juni hat sich Immobilien-Scout an der Property-Guru-Gruppe in Singapur beteiligt. Der Online-Händler für Häuser und Wohnungen ist auch in Malaysia, Thailand und Indonesien vertreten. „Dort entwickelt sich der Markt gerade erst“, erklärt Stilke das 37,5 Millionen-Euro Engagement. „Es wird viel gebaut und immer mehr Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Von dem Wachstum wollen wir profitieren.“

Auch in Deutschland will das Unternehmen weiter wachsen. „Seit mehr als zehn Jahren dominieren wir den hiesigen Markt“, sagt Stilke. „Jeder Zweite findet sein neues Zuhause über uns. Deshalb zünden wir jetzt die nächste Entwicklungsstufe.“ Bis Ende des Jahres sollen rund 80 Arbeitsplätze neu entstehen. Ziel ist es, die Nutzer bei allen wichtigen Entscheidungen rund um die Immobilie zu unterstützen – nicht nur beim Suchen, sondern auch bei der Bewertung, Finanzierung, beim Umzug, beim Ummelden, Renovieren und Modernisieren.

Hier soll neben den 200 internen Produktentwicklern auch das Innovationslabor „You is Now“ seinen Beitrag leisten. „Wir wollen ein Gravitationszentrum neuer Ideen sein“, sagt Stilke. Einige der Start-ups bekommen eine Wachstumsfinanzierung, wenn sie aus der Laborphase heraus sind. Manche Projekte wird Immobilien-Scout ganz übernehmen. Andere werden dagegen keine Zukunft im Unternehmen haben. „Zwei Projekte, die aus der Vorphase des Labs entstanden sind, führen wir bereits als Wachstumsfelder weiter“, berichtet Stilke.

Der neue Geschäftsbereich Umzug etwa ist aus einem Start-up entstanden. Gründer Dirk Herzbach ist inzwischen Manager bei Immo-Scout. Der Marktplatz war für ihn die Chance, sein Produkt schnell groß und für Millionen Nutzer verfügbar zu machen. „Aber ein bisschen habe ich die Art, wie ein Start-up zu arbeiten, vermisst“, sagt Herzbach. „Dafür haben wir jetzt das Lab – wir sind flexibel und schnell und denken sehr unternehmerisch.“

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