Insolvenz von Topbonus : Meilensammler bei Air Berlin gehen wohl leer aus

Der Insolvenzverwalter des Air-Berlin-Meilenprogramms sieht kaum Chancen, das Unternehmen noch zu retten. Teilnehmer von Topbonus haben jetzt nur noch eine Option.

Leere Schalter der Fluggesellschaft Airberlin sind im Herbst 2017 am Flughafen Berlin-Tegel.
Leere Schalter der Fluggesellschaft Airberlin sind im Herbst 2017 am Flughafen Berlin-Tegel.Foto: Sophia Kembowski/dpa

Neun Monate nach der Pleite von Air Berlin steht auch das Vielfliegerprogramm Topbonus vor dem endgültigen Aus. Der Investor, der bereits einen Kaufvertrag für Topbonus unterschrieben hatte, könne die nötige Finanzierung nicht aufbringen, teilte der zuständige Insolvenzverwalter Christian Otto am Freitag mit. Die Aussicht, dass er die Zahlungen in den kommenden Tagen noch leiste, sei gering. Einen anderen Kaufinteressenten gebe es nicht.

Damit gehen Branchenkreisen zufolge rund zwei Millionen Meilensammler vorerst leer aus. Betroffen sind auch die zahlreichen Partner von Topbonus wie Versicherungen, Mietwagen-Anbieter und Hotelportale sowie die rund 20 Mitarbeiter von Topbonus. Ihnen hat Otto nach eigenen Angaben bereits gekündigt. Vielflieger konnten über das Programm Bonusmeilen für Prämien oder Gratisflüge sammeln.

Topbonus hatte zehn Tage nach der Pleite von Air Berlin Antrag auf vorläufige Insolvenz gestellt. Das Geschäft wurde weitergeführt, ab September konnten die Teilnehmer bei Etihad, Autovermietungen und Hotelportalen wieder Meilen sammeln. Weitere Fluggesellschaften kamen hinzu.

Doch das reichte nicht - ohne Investor musste der Insolvenzverwalter nun den Geschäftsbetrieb stilllegen. Dies sehe das Insolvenzrecht vor, um die Gläubiger nicht durch eine "aussichtslose Fortführung" zu schädigen, erklärte Otto. Teilnehmer von Topbonus können ihre Punkte nun nur noch als Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden. Das ist gebührenfrei noch bis 15. Mai möglich. Bis zu einer möglichen Zahlung können aber einige Jahre vergehen. Das Topbonus-Programm hatte seinen Angaben zufolge rund 4,3 Millionen Kunden. (dpa, AFP)

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