Internet : Bald ist fast jeder zweite Anschluss Breitband

Nahezu die Hälfte der deutschen Haushalte wird zum Jahresende einen Breitband-Internetzugang besitzen. Auf Basis der gestiegenen Übertragungsrate will Arcor im Herbst sein IPTV-Angebot starten.

Hannover - Im vergangenen Jahr hätten alle Anbieter bundesweit 3,7 Millionen neue DSL-Kunden gewonnen, sagte der Arcor-Vorstandsvorsitzende Harald Stöber vor der Eröffnung der Cebit in Hannover. Halte der Boom mit 37 Prozent Wachstum in gleicher Größenordnung an, werde am Jahresende jeder zweite Haushalt einen DSL-Anschluss besitzen.

Arcor will das per Breitband-Datenleitung verbreitete künftige Internetfernsehen IPTV in der zweiten Jahreshälfte bundesweit auf DSL-Basis starten. Stöber kündigte die Vorstellung der für den Empfang nötigen Settopbox für August an und nannte als möglichen Abo-Monatspreis die 9,90 Euro eines Wettbewerbers. DSL werde sich in einigen Jahren zum Standardanschluss in den Haushalten entwickeln.

Arcor will mit Telekom verhandeln

Arcor forderte eine Rückkehr der Deutschen Telekom an den Verhandlungstisch, um den Preis und die Bedingungen für den Zugang zum VDSL-Hochgeschwindigkeitsnetz der Telekom auszuhandeln. Das am 24. Februar dieses Jahres vom Bundestag novellierte Telekommunikationsgesetz sieht so genannte Regulierungsferien für VDSL vor. Damit ist völlig offen, ob und zu welchen Bedingungen Wettbewerber Zugang zu VDSL erhalten. Ein fairer Zugriff auf dieses Netz sei für die Entwicklung des Infrastrukturwettbewerbs und des Breitbandmarktes in Deutschland indes von zentraler Bedeutung, sagte Stöber.

Im vergangenen Jahr hatte sich jeder fünfte DSL-Neukunde für Arcor entschieden. Das Unternehmen zählt insgesamt zwei Millionen DSL-Kunden und erzielt damit in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2006/07 mit einem Wachstum von zwölf Prozent einen Monatsumsatz von 1,57 Milliarden Euro. Nach Arcor-Angaben verfügt die Telekom bei den Sprachanschlüssen noch immer über einen Marktanteil von 86 Prozent. Bei DSL-Anschlüssen beherrscht der Ex-Monopolist demnach 73 Prozent des Markts. Ende März wird die Bundesnetzagentur neue Preise festlegen, zu denen Wettbewerber die Anschlussleitung beim Kunden von der Telekom mieten können. Die Telekom hat eine Anhebung von derzeit 10,65 auf zwölf Euro beantragt. Die konkurrierenden Telefongesellschaften verlangen einen nach ihren Angaben kostendeckenden Preis von knapp acht Euro. (tso/AFP)

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