Aus 300 geplanten Elektrosmarts im Carsharing wurden bislang 16

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Kaum E-Mobilität in Berlin : Bürokratie bremst Elektroautos

„Ich teile die Wahrnehmung, dass im Berliner Schaufenster noch nicht viel zu erkennen ist“, sagt auch Andreas Knie, Geschäftsführer des Innovationszentrums für Mobilität und gesellschaftlichen Wandel (InnoZ). Die Gründe dafür seien vielfältig. „Es ist eine Mischung aus fehlenden Rahmenbedingungen auf Bundesebene, regionaler Bezirksbürokratie und mangelnder personeller und finanzieller Ausstattung im Senat“, sagt Knie. So müsse auch die Emo politisch stärker hervorgehoben und finanziell besser ausgestattet werden, „damit sie mehr Wind machen kann“. Auch die Verkehrsverwaltung bemühe sich redlich, sei aber personell völlig unterbesetzt.

Beispiel Ladeinfrastruktur. Weil die Stadt weit zurückliegt beim Ausbau des öffentlichen Ladesäulen-Netzes – 400 von geplanten 1600 Ladepunkten sind installiert –, zögern die Carsharingfirmen, ihre Elektroauto-Flotte auszubauen. Car-2-Go etwa, die Gemeinschaftsfirma von Daimler und Europcar wollte 2013 insgesamt 300 Elektro-Smarts in Berlin auf die Straße bringen. Ganze 16 sind es geworden. „Wir hatten mehr vor“, sagt ein Sprecher. Da sich der Ausbau verzögere, könne man den Zeitplan aber nicht einhalten. „Es lohnt sich in Berlin noch nicht, Elektromobilität in der Fläche zu betreiben.“ Dennoch sei man optimistisch, dass die Dinge nun in Gang kommen.

Zweifel sind angebracht. Die Ende 2012 begonnene europaweite Ausschreibung für das Ladesäulen-Netz ist immer noch nicht entschieden. Schon im Sommer sollten eigentlich private Betreiber gefunden sein. Gut zwei Dutzend Bewerber gab es. Nun deutet sich an, dass die Verträge in diesem März unterschrieben werden. Danach soll mit dem Ausbau der Infrastruktur begonnen werden – mit zwölfmonatiger Verspätung.

Beispiel Parkplätze. Wenn man den Käufern von E-Autos schon keine Prämien zahlen will, sollen sie wenigstens frei parken dürfen – etwa beim Aufladen an öffentlichen Ladesäulen. „Typisch Berlin: Es fehlt an Durchgriffsformen bis in die Bezirke“, sagt Andreas Knie. Charlottenburg-Wilmersdorf etwa schleppe konsequent alle Elektroautos ab, die an Ladesäulen stehen, ohne geladen zu werden. „Das ist reine Bürokratie“, ärgert sich Knie. „Hier wäre mehr Augenmaß gefragt – und ein Machtwort des Senats.“

Kleinklein statt großer Wurf? Klaus Wowereit musste sich bereits vor einem Jahr den Vorwurf der Bundesregierung anhören, nichts sei so langweilig wie ein leeres Schaufenster. 2014 hat der Regierende Gelegenheit, den Ball zurückzuspielen.

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