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„Klimaschutz ist auch eine Verteilungsfrage“ : IG-Metall-Chef warnt vor CO2-Bepreisung

Aus Sicht von IG-Metallchef Jörg Hofmann wäre ein CO2-Preis eine zu hohe Belastung für den Bürger. Klimaschutz sollte besser sozial abgepuffert werden.

Jörg Hofmann, seit vier Jahren Chef der IG Metall, warnt die Bundesregierung vor einer Belastung der Bürgerinnen und Bürger.
Jörg Hofmann, seit vier Jahren Chef der IG Metall, warnt die Bundesregierung vor einer Belastung der Bürgerinnen und Bürger.Foto: imago/sepp spiegl

Eine Woche vor der entscheidenden Sitzung des Klimakabinetts hat der Vorsitzende der IG Metall vor einer Belastung der Bürger gewarnt. „Die aktuelle Debatte zur CO2-Bepreisung läuft doch auf eine Belastung der Bürger hinaus, die keine Rücksicht auf ihre Leistungsfähigkeit nimmt“, sagte Hofmann dem Tagesspiegel.

„Den Gedanken des Solis aufzugreifen und auf die Finanzierung des ökologischen Umbaus anzuwenden, das wäre sozial gerechter, weil die hohen Einkommen mehr zahlen, anstatt sich in Rückverteilungsdebatten zu verstricken, die Ungerechtigkeit erzeugen werden.“ Alles in allem sei „Klimaschutz auch eine Verteilungsfrage“, sagte der Vorsitzende der größten deutschen Gewerkschaft.

Für eine nachhaltige sozial-ökologische Transformation brauche man eine breite Mehrheit bei den Bürgerinnen. „Diese Mehrheit kommt erst zustande, wenn die Menschen tatsächlich erleben, dass Klimaschutz und soziale Sicherheit kein Widerspruch ist“, sagte Hofmann.

Er habe die große Sorge, „dass die Politik sich vor allem mit einer Placebo-Debatte zur CO2-Bepreisung beschäftigt und die zentralen Themen nicht angeht“, nämlich den Ausbau der Infrastruktur und des öffentlichen Personen- und Güterverkehrs. „Lenkungswirkung hat die CO2-Bepreisung nur eingeschränkt. Wir brauchen aber keinen Ablasshandel, sondern Investitionen in die Zukunft“, sagte Hofmann dem Tagesspiegel.

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