Konjunktur : Teilweiser Aufschwung im Osten

Dresden, Potsdam und Jena gehören mittlerweile zu den wettbewerbsfähigsten Standorten der Republik. Die Spitzen-Standorte in Deutschland liegen allerdings immer noch im Süden, heißt es im "Zukunftsatlas 2007".

Düsseldorf - Auch die größten Aufsteiger der vergangenen Jahre kommen aus den neuen Ländern. Die wirtschaftliche Lage bleibt in vielen östlichen Regionen aber weiterhin problematisch. Das Schweizer Prognos-Institut untersuchte zum zweiten Mal nach 2004 die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit aller 439 kreisfreien Städte und Landkreise Deutschlands. Grundlage dafür waren 29 verschiedene Indikatoren wie Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten sowie Kennzahlen zur demographischen Entwicklung, Innovationskraft und sozialen Lage.

Das schon vor drei Jahren festgestellte Nord-Süd-Gefälle verstärkte sich der aktuellen Analyse weiter. Immer mehr Städte und Landkreise in Bayern und Baden-Württemberg lassen den Rest der Republik demnach hinter sich. So liegen sieben der acht Regionen, denen "Top-Zukunftschancen" zugeschrieben werden, in Bayern und eine in Baden-Württemberg. Auch von den 35 Städten, denen Prognos sehr gute Zukunftschancen attestiert, kommt die Mehrheit aus den beiden süddeutschen Ländern. An der Spitze der Rangliste liegt unangefochten der Ballungsraum München. Die ersten drei Plätze gingen wie 2004 an den Landkreis und die Stadt München sowie den benachbarten Kreis Starnberg.

Potsdam vor Frankfurt am Main und Köln

Deutlich aufwärts ging es aber in einzelnen ostdeutschen Regionen: Acht der zehn Städte und Kreise, die ihre Position im Ranking am stärksten verbesserten, liegen in den neuen Ländern. Der größte Aufsteiger war die Hansestadt Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, die sich innerhalb von drei Jahren um 224 Plätze aufstieg und aktuell auf Rang 101 liegt. Zudem schafften die ostdeutschen Städte Dresden, Potsdam und Jena den Sprung unter die Top 20 und ließen damit westdeutsche Metropolen wie Frankfurt am Main oder Köln hinter sich.

Allerdings bleiben im Osten, aber auch in Nord- und Westdeutschland einige Regionen zurück. Ländliche strukturschwache Regionen Ostdeutschlands seien die "größten Sorgenkinder", erklärte Prognos-Geschäftsführer Christian Böllhoff. Die Fortschritte im Osten seien da, aber leider "sehr punktuell". Der Wirtschaftsstandort Deutschland steht der Studie zufolge insgesamt besser da als 2004. 43 Regionen haben demnach sehr hohe oder "Top"-Zukunftschancen. Vor drei Jahren war diese Gruppe nur etwa halb so groß. (tso/AFP)

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