Konzernstrategie : CO2-Offensive bei Daimler-Chrysler

Die Projekt-Zusammenarbeit zwischen Daimler und Chrysler wird fortgesetzt. Konzernchef Zetsche sieht dabei Vorteile für beide Seiten. In Sachen Reduzierung des CO2-Ausstoßes will er in die Offensive gehen.

Benidorm/Stuttgart - Daimler-Chrysler will künftig verstärkt den C02-Ausstoß seiner Modelle senken. Bei der neuen C-Klasse würden die Möglichkeiten der Treibstoffeinsparung zügig weiterentwickelt, sagte Konzernchef Dieter Zetsche im spanischen Benidorm bei einer Fahrzeugvorstellung. Zu den künftigen technischen Möglichkeiten könne auch eine Start-Stopp-Automatik gehören, bei der beispielsweise an Ampeln der Motor ausgehe und beim Anfahren wieder automatisch anspringe. Die neue C-Klasse, die am 31. März zu den Händlern kommt, stoße bereits jetzt 15 Prozent weniger C02 als das Vorgängermodell aus.

Trotz der unsicheren Zukunft der angeschlagenen US-Tocher Chrysler geht nach Zetsches Worten die Projekt-Zusammenarbeit zwischen Mercedes-Benz und Chrysler weiter. "Das ist eine Zusammenarbeit auf win-win-Basis, die für beide Marken von Vorteil ist", sagte Zetsche. Diese Logik sei unabhängig von Besitzverhältnissen. Zu den Einzelheiten der Projekte wollte sich der Autoboss nicht äußern. In US-Medienberichten war von einer engen deutsch-amerikanischen Zusammenarbeit bei der künftigen Generation der A/B-Klasse und auf dem Gebiet von Geländewagen die Rede gewesen.

Chrysler ab 2008 wieder im Plus?

Zetsche hatte Mitte Februar überraschend den Fortbestand von Chrysler innerhalb des Konzerns mit den Worten in Frage gestellt, dass man für Chrysler "alle Optionen" prüfe. Seitdem sind verschiedene Autobauer, Zulieferer und Finanzinvestoren als Interessenten für Chrysler genannt worden. Die US-Sparte hatte 2006 rund eine Milliarde Euro Verlust gemacht, soll mit einem Sanierungsprogramm 2008 aber wieder schwarze Zahlen schreiben. Das Programm komme gut voran, hatte Zetsche vergangene Woche in Genf gesagt. Auf Nachfrage sagte der Konzernchef in Spanien, der Begriff "alle Optionen" beinhalte auch, dass Chrysler im Konzern verbleiben könne.

Zetsche sagte, dass für die neue C-Klasse nun bereits 60.000 Vorbestellungen aus Europa vorlägen. Dies sei ein sehr großer Erfolg. Es gebe derzeit teilweise Wartezeiten von vier bis fünf Monaten. Im Herbst will Mercedes-Benz das Kombimodell der C-Klasse auf den Markt bringen, zudem startet im August der Verkauf in den USA. Hier werden traditionell etwa 25 Prozent des Absatzes des Mittelklasse-Modells erreicht. (tso/dpa)

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