Lebensmittel-Riese auf Expansionskurs : Edeka plant neue Bio-Supermarkt-Kette "Naturkind"

54 Milliarden Umsatz: Edeka wächst und bleibt größter Lebensmittelhändler Deutschlands. Neben dem Bio-Segment soll auch der Drogeriemarkt Budni expandieren.

Edeka ist so groß in Deutschland, dass Zukäufe kartellrechtliche Schwierigkeiten bringen könnten. Deshalb will man nun in anderen Bereichen wie Bio-Märkten wachsen.
Edeka ist so groß in Deutschland, dass Zukäufe kartellrechtliche Schwierigkeiten bringen könnten. Deshalb will man nun in anderen...Foto: Maris Hubschmid

Deutschlands größter Lebensmittelhändler ist im vergangenen Jahr kräftig gewachsen. Der Umsatz von Edeka erhöhte sich um 3,2 Prozent auf 53,6 Milliarden Euro, wie der genossenschaftliche Verbund am Dienstag in Hamburg mitteilte. Zum Vergleich: Rewe und Penny zusammen kommen auf einen Jahresumsatz von gut 31 Milliarden Euro in Deutschland.

Motor des Wachstums seien die selbstständigen Unternehmer unter dem Edeka-Dach gewesen, deren Umsätze mit 27,6 Milliarden Euro um 4,9 Prozent über dem Vorjahr lagen.

10.000 Mitarbeiter allein in Berlin

„In einem wachsenden Gesamtmarkt konnten wir unsere Marktanteile ausbauen“, sagte Edeka-Vorstandschef Markus Mosa. Auch die Discount-Tochter Netto habe sich in einem intensiven Wettbewerbsumfeld erfolgreich behauptet. Zusammen hätten Edeka und Netto rund 6700 neue Arbeitsplätze geschaffen.

Die Gruppe gehört mit 376.000 Beschäftigten zu den größten Arbeitgebern in Deutschland. Das gilt auch in Berlin, wo Edeka rund 213 Filialen betreibt und über 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. 106 Kaufleute führen selbstständig Edeka-Märkte. In Brandenburg gibt es knapp 170 Filialen, in denen knapp 6000 Mitarbeiter angestellt sind.

Mosa kündigte weiter an, verstärkt in zwei neue Geschäftsfelder vorzustoßen. So will Edeka im Spätsommer dieses Jahres in Hamburg einen Bio-Supermarkt mit dem Namen „Naturkind“ eröffnen. Im Erfolgsfall soll daraus eine Kette werden. Zudem soll das Drogeriesegment mit der Marke Budni ausgebaut werden. Noch 2019 sollen rund 15 neue Märkte in Süddeutschland „vielleicht noch in Berlin“ eröffnen, sagte Mosa. Bislang gibt es in der Hauptstadt zwei Filialen des Hamburger Familienunternehmens, das mit Edeka zusammenarbeitet. Beide liegen an der Schönhauser Allee in Prenzlauer Berg.

Edeka hat in Deutschland eine solche Marktmacht, dass Zukäufe kartellrechtliche Schwierigkeiten darstellen könnten. Denn anders als Rewe ist Edeka nicht im Ausland aktiv; das Wachstumspotential ist daher begrenzt. Wohl auch deshalb versucht man nun, andere Geschäftsfelder zu erschließen. Rewe allerdings musste seine Bio-Kette "Temma" vor gut einem Jahr wegen mangelnden Erfolges wieder einstampfen.

Edaka will im Digital-Geschäft aufholen

Auch wenn Konkurrent Rewe als führend im Onlinegeschäft gilt, verfolgt Edeka eine Reihe an Projekten, um auch im Digitalgeschäft den Anschluss zu halten. Das Epizentrum dieser Bemühungen liegt in Berlin. In Moabit betreibt Edeka einen sogenannten Food Tech Campus, eine Art Co-Working-Space für Start-ups der Lebensmittelbranche. Auch der Lieferdienst Bringmeister, der in Berlin und München verfügbar ist, agiert von hier aus.

„Edeka hat beim Thema Online-Handel einige Eisen im Feuer“, sagt Michael Gerling, Geschäftsführer des Forschungsinstitut EHI Retail, dem Tagesspiegel. Er zählt auf: „Von dem Onlineshop Edeka24, über die Plattform Olivia, die es Selbstständigen erleichtern soll, Lebensmittel zu liefern, bis hin zu Bringmeister.“ Zusätzlich gebe es noch einzelne Kaufleute, die auf eigene Faust Lebensmittel liefern, erklärt Gerling. (mit dpa)

Mehr lesen? Jetzt E-Paper gratis testen!