Logistik-Terminals : Deutsche Bahn engagiert sich in China

Die Deutsche Bahn arbeitet intensiv am Ausbau ihres Geschäftsfeldes Güterverkehr und Logistik. Sie will sich in China an Umschlagterminals an Land und am Wasser beteiligen.

Hamburg - Gegenwärtig sei die Bahn in China über ihre Speditions- und Logistiktochter Schenker mit mehr als 3000 Mitarbeitern an 30 Standorten aktiv, sagte der zuständige Bahn-Bereichsvorstand Norbert Bensel. In den kommenden Jahren werde sie sich mit acht Prozent an 18 neuen Umschlagterminals für den intermodalen Verkehr mit verschiedenen Verkehrsträgern in ganz China beteiligen. Damit könne sich die Bahn neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Ein Bahntransport aus China nach Europa sei rund 14 Tage schneller als ein Transport per Schiff.

"In Deutschland hat der Gütertransport mit der Bahn in den vergangenen Jahren Marktanteile gewonnen", sagte Bensel. So habe die Transportleistung der Bahn in den vergangenen fünf Jahren von 81 auf 106 Milliarden Tonnenkilometer zugenommen. Der Anteil der Bahn am gesamten Markt des Gütertransports sei von 15,5 auf 17 Prozent gestiegen. Allerdings sei diese Mengensteigerung nicht auf die Verlagerung von Transporten von der Straße auf die Schiene zurückzuführen, sondern vor allem die Binnenschifffahrt habe Marktanteile verloren. "Die Bahn hat auch von der guten Konjunktur im Montanbereich profitiert", sagte Bensel. So seien mehr Kohle, Stahl und Erze transportiert worden.

Nach der vergeblichen Bewerbung um eine Beteiligung an der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist die Verlagerung des Bahn-Bereichs Logistik nach den Worten des Vorstands "kein Thema mehr". Die Bahn habe ein Gesamtpaket angeboten und sei damit nicht zum Zuge gekommen. Hamburg bleibe aber ein wichtiger Standort sowohl im Güter- wie im Personenverkehr und die Bahn werde weiter in der Hansestadt investieren. Das gelte vor allem für den Ausbau der Hinterland-Verbindungen des Hamburger Hafens. Die hohen Wachstumsraten im Containerumschlag machten mittelfristig erhebliche Anstrengungen notwendig, um die Mengen an- und abzutransportieren. Die Bahn bleibe daran interessiert, im In- und Ausland ihre Prozesskette zu verlängern und sich auch an See-Umschlagsbetrieben zu beteiligen. (tso/dpa)

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