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Luftverkehr: Air Berlin verschiebt Börsengang

Die Fluggesellschaft Air Berlin hat ihren für diesen Freitag geplanten Börsengang verschoben. Der Handelsstart an der Frankfurter Börse sei nun für den 11. Mai geplant. Branchenkenner rechnen mit einer billigeren Aktie.

Berlin/Frankfurt - Nach Informationen aus Finanzkreisen wird die Preisspanne für die Aktie voraussichtlich gesenkt. Das Orderbuch sei nicht vollständig gezeichnet worden, hieß es. Analysten hatten das bisherige Preisniveau von 15,00 bis 17,50 Euro als zu hoch kritisiert. Das Unternehmen selbst nannte keine Gründe.

Da nicht anzunehmen sei, dass ein bloße Verlängerung der Angebotsfrist mit der bisherigen Spanne die Nachfrage erhöhe, erwäge man nun, "an anderen Stellschrauben zu drehen", erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in mit der Transaktion vertrauten Kreisen.

Ursprünglich sollte am Donnerstag der endgültige Kaufpreis der Aktien in einer Spanne von 15 bis 17,50 Euro festgelegt werden. Die Frist, in der Investoren Aktien zeichnen können, werde bis voraussichtlich 10. Mai verlängert, kündigte Air Berlin an. Offizielle Angaben zu möglichen Änderungen an der Spanne wurden nicht gemacht.

Durch die Verlängerung der Frist gebe Air Berlin zu erkennen, dass das Buch der Zeichner nicht voll geworden sei, sagte ein Händler. Bereits am Nachmittag waren am Markt Gerüchte über eine Verschiebung oder möglicherweise eine Absage des Börsengangs aufgekommen. Am "Grauen Markt", wo die Titel außerbörslich gehandelt werden, fielen die Aktien teils unter die untere Grenze der Preisspanne.

Das Unternehmen selbst und die Konsortialbanken nannten in der Pflichtmitteilung keine Gründe für die Verschiebung. Bei einer Werbetour hatte der Vorstand seit Ende April bei privaten und institutionellen Anlegern im In- und Ausland für die Aktie geworben.

Mit dem Gang an den Kapitalmarkt will Air Berlin frisches Kapital für den harten Konkurrenzkampf auf dem Linienflugmarkt bekommen. Angepeilt wird ausweislich der Preisspanne ein Erlös von insgesamt bis zu 872 Millionen Euro. Davon sollen rund 350 Millionen Euro an das Unternehmen gehen, wovon nach Abzug der Kosten mindestens 290 Millionen Euro übrig bleiben sollen. Das Geld soll vor allem zur Finanzierung neuer Flugzeuge verwendet werden. Der übrige Erlös soll an die bisherigen Anteilseigner gehen. (tso/dpa)

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