Luftverkehr in Berlin : Niki Lauda will Flüge von Tegel aus anbieten

Niki Laudas Fluggesellschaft Laudamotion plant 17 Flugziele von Berlin aus. Auch Easyjet will das Engagement in der Hauptstadt ausbauen.

Niki Lauda am Mittwoch bei seiner Pressekonferenz in Wien.
Niki Lauda am Mittwoch bei seiner Pressekonferenz in Wien.Foto: imago/Eibner Europa

Der ehemalige Formel 1-Rennfahrer Niki Lauda hat am Donnerstag angekündigt, dass seine Laudamotion in Tegel eine Basis einrichten wird. Erst am Vortag hatte Easyjet mitgeteilt, dass man das Engagement in Tegel weiter ausbauen und die Nachfolge der Air Berlin als Hauptstadt-Fluggesellschaft antreten möchte.

Laudamotion will ab Juni vier Airbus-Jets in Tegel stationieren und damit zu Billigtarifen insgesamt 17 Ziele bedienen: Barcelona, Brindisi, Korfu, Faro, Fuerteventura, Heraklion, Ibiza, Kos, Lanzarote, Las Palmas, Malaga, Mailand, Palma, Pula, Rhodos, Rijeka und Teneriffa. Wie Lauda in Wien mitteilte, können die Flüge ab sofort über die Website des irischen Low-Cost-Carriers Ryanair gebucht werden.

Ryanair hat gerade 24,9 Prozent von Laudamotion übernommen und will den Anteil vorbehaltlich der Zustimmung der EU-Wettbewerbsbehörden auf 75 Prozent ausweiten. Ryanair-Chef Michael O’Leary will eine bedeutende österreichische Billigfluggesellschaft für den deutschsprachigen Markt mit mittelfristig 30 bis 40 Flugzeugen schaffen. Damit greift man insbesondere den Lufthansa-Konzern an, der auch Austrian Airlines und Swiss kontrolliert und die Low-Cost-Tochter Eurowings betreibt.

Größte Basis wird Düsseldorf

Niki Lauda hatte die einst von ihm gegründete Air Berlin-Tochter Niki im Insolvenzverfahren übernommen und in seine aktuelle Fluggesellschaft Laudamotion integriert, die zuvor nur Geschäftsreisejets betrieb. Der Flugbetrieb mit zunächst zehn ehemaligen Niki-Jets wurde am vergangenen Sonntag aufgenommen. Im Sommerflugplan sollen 21 Airbusse eingesetzt werden, davon werden sechs samt Besatzungen von Ryanair geleast. Ein Teil der Flüge wird auch über den Ferienflieger Condor vertrieben, dessen Verkehrsleitstelle und Crewplanung ebenfalls von Laudamotion genutzt werden.

Größte Basis von Laudamotion wird Düsseldorf mit sechs Maschinen. Vier Flugzeuge werden am Heimatflughafen Wien stationiert und von dort bis zu dreimal täglich nach Palma starten. Im Winter will Lauda hier dann mit sieben Airbussen wie einstmals Air Berlin einen City-Shuttle in andere europäische Metropolen einführen.

Mit zwei weiteren Flugzeugen wird Laudamotion ab Zürich operieren. Je ein Flugzeug wird in Köln/Bonn, Frankfurt, München, Nürnberg und Stuttgart stationiert. Damit attackiert man insbesondere Eurowings, für die Laudamotion aufgrund eines vor dem Ryanair-Einstieg geschlossenen Vertrages derzeit allerdings auch zwei Jets betreibt. Ob das bis Mai befristete Abkommen verlängert wird, scheint allerdings fraglich.

Wien als Heimatbasis von Laudamotion wird damit ebenfalls immer mehr zur Metropole der europäischen Billigflieger. Aufgrund der günstigen Rahmenbedingungen in Österreich sind hier bereits auch mit Eurowings Europe und Easyjet Europe beide Airlines maßgebliche Dependancen gegründet. Behauptungen, er würde seinen Mitarbeitern nur Niedriglöhne zahlen, wies Lauda zurück. Bei ihm liege das Anfangsgehalt der Flugbegleiter nur etwa 50 Euro unter dem bei der Lufthansa-Tochter Austrian, sagte er in einem Interview. Über einen Kollektivvertrag werde bereits mit der Gewerkschaft verhandelt.

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