Wirtschaft : Mehr Güter auf der Schiene in Berlin und Brandenburg

Bernd Hops

Berlin - In diesem Jahr wird die Gütermenge, die auf der Schiene transportiert wird, auch in der Hauptstadtregion und in Mecklenburg-Vorpommern erneut deutlich wachsen. Gabriele Laurisch, Leiterin des Cargo Zentrums Berlin der Deutsche-Bahn-Tochter Railion, schätzte am Mittwoch das Plus auf zehn bis 15 Prozent. Im vergangenen Jahr habe auch der Güterumschlag bei bisherigen Sorgenkindern wie dem Hafen Eberswalde kräftig zugelegt, sagte Laurisch in Berlin auf einer Veranstaltung der Deutschen Bahn. Axel Marschall, Leiter Strategie DB Logistics, kündigte wiederum an, die Railion werde in Deutschland in diesem Jahr 125 zusätzliche Lokführer einstellen, weil das Geschäft so gut läuft. 2006 waren es schon 250 neue Lokführer.

Der Schienengüterverkehr erlebt zurzeit einen Aufschwung in Deutschland. In Berlin-Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern stieg die von Railion transportierte Gütermenge 2006 im Vergleich zu 2005 um rund eine Million Tonnen auf 39,5 Millionen. Die Zahl der Züge in Richtung Polen zum Beispiel legte um ein Fünftel zu.

In den kommenden Jahren verspricht sich Laurisch Zuwächse durch den Bau des neuen Flughafens BBI, für den allein bis 2011 etwa 2,5 Millionen Tonnen Kies und Sand benötigt werden. Außerdem werden ab Herbst Blechtransporte für die Akerwerft und Neptunwerft in Warnemünde von der Straße auf die Schiene verlagert. Dafür wurde ein Gleisanschluss reaktiviert. Daneben sollen Produktionsstandorte für Biosprit, in die derzeit kräftig investiert wird, an die Schienenlogistik angebunden werden.

Man werde die Präsenz in der Fläche ausbauen, versprach Laurisch. Rückzug sei kein Thema. Sogar der Einzelwagentransport laufe gut, nachdem man eine bessere Bündelung der Züge hinbekommen habe. „Der Einzelwagenverkehr ist das Rückgrat von Railion“, sagte die Bahn-Managerin. Die Zusammenstellung einzelner Wagen und deren Verteilung an einzelne Kunden ist aufwendig – und war lange Zeit verlustträchtig. Wesentlich einfacher sind sogenannte Ganzzüge mit Massengütern wie Kohle oder Stahl, die für einen Kunden von A nach B gefahren werden. Auf dieses Geschäft haben sich auch die meisten Konkurrenten der Bahn spezialisiert.

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