• Mehr Umsatz als am Black Friday: Wie der Singles' Day in China zum größten Shopping-Event der Welt wurde

Mehr Umsatz als am Black Friday : Wie der Singles' Day in China zum größten Shopping-Event der Welt wurde

Am Singles' Day am Montag wird so viel Geld ausgegeben wie an keinem anderen Tag. Auch deutsche Firmen beteiligen sich an dem chinesischen Rabattag.

Ning Wang
Die Logistik hinter dem Singles' Day ist gewaltig. Hier ein Paketzentrum im chinesischen Nanjing.
Die Logistik hinter dem Singles' Day ist gewaltig. Hier ein Paketzentrum im chinesischen Nanjing.Foto: AFP

Was in den USA der Black Friday ist, ist in China der Singles’ Day. Mittlerweile hat er sein westliches Pendant sogar in den Schatten gestellt und ist zum umsatzstärksten Tag der Welt geworden. Seit der Onlinehändler Alibaba vor zehn Jahren den Aktionstag erfunden hat, wächst das Geschäft kontinuierlich. Jedes Jahr pünktlich ab Mitternacht zum 11. November geht es los.

Der Name steht dabei einerseits für das Datum 11.11. und soll andererseits die Vielzahl von Singles im Land ansprechen. 2018 wurden in den ersten zwei Minuten nach Mitternacht bereits über eine Milliarde Dollar umgesetzt; allein Alibaba verzeichnete im vergangenen Jahr 30 Milliarden Dollar Umsatz an diesem Tag. Insgesamt machten 180.000 Marken mit, die 812 Millionen Pakete verschickten.

Der Singles’ Day ist dabei fest integriert in die Unterhaltungsbranche. Rabattcoupons können bei Online-Spielen genauso ergattert werden, wie auch beim Streamen von Filmen oder Videos. In diesem Jahr starteten derlei Rabattaktionen sogar schon drei Wochen früher. Aber nicht nur Haushaltsgeräte, Schmuck oder hochpreisige Lebensmittel werden aufgrund der Rabattangebote gekauft. Der Fernsehsender CNBC berichtete gar von einem Autohändler, der 55 Modelle innerhalb einer Sekunde in einem Livestream auf der Online-Plattform Taobao verkauft habe.

Singles' Day auch für deutsche Firmen relevant

Auch immer mehr ausländische Marken profitieren vom Singles’ Day. Über 60 Prozent der Shopper in China planen Waren aus dem Ausland zu kaufen. Diese sind wegen Steuern in China teilweise bis zu 30 Prozent teurer als in den Herkunftsländern. Beispielsweise sollen Kopfhörer von Bang & Olufsen, die normalerweise 2000 Yuan (umgerechnet 257 Euro) kosten, am Singles’ Day für 1248 Yuan (160 Euro) erhältlich sein. Auch deutsche Firmen beteiligen sich. So hat der Shampoo-Hersteller Alpecin laut Angaben des „Handelsblatts“ vergangenes Jahr 60.000 Flaschen zum Singles’ Day verkauft.

Der Rabatttag ist in China direkt mit dem Alibaba-Gründer Jack Ma verknüpft. Der Milliardär, der vor einigen Wochen als CEO seiner Firma zurücktrat, hatte als einer der Ersten erkannt, wie gut die Kunden auf solche Aktionstage reagieren – auch weil er die Schritte der amerikanischen Pioniere wie Amazon oder Ebay genau beobachtete.

AliExpress bringt den Singles' Day ins Ausland

Neben Alibaba hat er auch Taobao.com, eines der größten Online-Kaufhäuser für Privatanbieter und TMall.com, eine populäre Plattform für Kleinunternehmer, gegründet. Dahinter errichtete er ein gigantisches Logistiknetz sowie eigene Onlinebezahlsysteme. Damit lockte er nicht nur Millionen Hobbyverkäufer, sondern auch mehr als 60 Millionen kleine und mittelständische Einzelhändler auf seine Seiten.

Aber Chinas Geschäft scheint Alibaba nicht zu reichen. Wie schon im vergangenen Jahr wird sich AliExpress vor allem an Verbraucher außerhalb Chinas richten. Daniel Zhang, Mas Nachfolger, rechnet damit, dass mehr als 500 Millionen Menschen weltweit am diesjährigen Singles’ Day teilnehmen werden. Sollte er recht behalten, wären dies fast 100 Millionen mehr als 2018.

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