Millionenbonus trotz Milliardenverlust : Der Deutsche-Bank-Vorstand verdient keine Belohnung

Die Deutsche Bank macht einen Milliardenverlust, tausende Arbeitsplätze fallen weg. Doch der Vorstand kassiert Boni. Das ist nicht angemessen. Ein Kommentar.

Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank
Christian Sewing, Vorstandsvorsitzender der Deutschen BankFoto: dpa/Arne Dedert

Es ist eine Zahl, die Kunden schockiert: 5,7 Milliarden Euro Verlust hat die Deutsche Bank im vergangenen Jahr gemacht. Eine enorme Summe, für die es aber eine plausible Begründung gibt: Vorstandschef Christian Sewing hat dem Haus einen drastischen Umbau verordnet und das kostet.

Sewing versucht, die Fehler seiner Vorgänger zu beseitigen, etwa in dem er das Investmentbanking zusammenstreicht. Statt mit spekulativen Geschäften den Wall-Street-Banken Konkurrenz zu machen, soll die Deutsche Bank sich wieder auf das konzentrieren, was man von ihr erwartet: deutsche Unternehmen und Privatkunden zu betreuen.

Der Milliardenverlust ist also der Preis für diesen dringend erforderlichen Umbau. Er ist das notwendige Übel.

Nicht angemessen ist etwas anderes: Die zweistellige Millionensumme an Boni, die der Vorstand trotz Milliardenverlusten und Stellenabbau kassiert. Sewing muss erst einmal beweisen, dass sein Plan aufgeht und sich die Deutsche Bank wieder erholt. Erst dann wäre eine Belohnung angemessen, denn nichts anderes sind Bonizahlungen.

Auch wenn die Vorstände „nur“ die Hälfte der Sonderzahlungen des Vorjahres kassieren: Es geht hier auch um Symbolik. Hohe Boni sind Teil einer Vergangenheit, die Sewing hinter sich lassen möchte. Er will und soll die Deutsche Bank wieder bodenständig machen. Wenn er das ernst meint, muss das auch für den Vorstand und seine Bezahlung gelten.

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