„Muster des Versagens“ : Fahrdienst Uber verliert in London die Lizenz

Die zuständige Verkehrsbehörde spricht von 14.000 Fällen, in denen Fahrer ohne Genehmigung, teils gar ohne Führerschein gefahren sind. Uber legt Einspruch ein.

Das Uber-Logo auf einem Smartphone: In London könnte für den Fahrdienstanbieter in drei Wochen vorerst Schluss sein.
Das Uber-Logo auf einem Smartphone: In London könnte für den Fahrdienstanbieter in drei Wochen vorerst Schluss sein.Illustration: REUTERS/Hannah McKay/Illustration

Der US-Fahrdienstvermittler Uber bekommt keine neue Lizenz für London – zum zweiten Mal innerhalb von zwei Jahren. Die zuständige Verkehrsbehörde, Transport for London (TfL), teilte am Montag mit, sie habe den entsprechenden Antrag von Uber abgelehnt.

Festzustellen sei ein „Muster des Versagens“ bei Uber, begründete die Aufsicht die Entscheidung. So habe das Unternehmen „mindesten 14.000 Mal“ nicht genehmigte Fahrer beschäftigt, die das Uber-Profil eines anderen genutzt hätten. Das habe die Sicherheit der Fahrgäste und den Versicherungsschutz gefährdet.

Es habe auch Fahrten von Fahrern ohne Führerschein oder entlassenen Fahrern gegeben, erklärte die Verkehrsbehörde weiter. Zwar habe Uber Schritte unternommen, dies zu unterbinden. Doch die TfL sei nach wie vor besorgt, wie leicht die Kontrollen ausgehebelt werden könnten. „Wir können daher nicht ausschließen, dass sich ähnliche Probleme in Zukunft nicht wiederholen und halten das Unternehmen derzeit nicht für ,fit und ordentlich'“, erklärte die Regulierungsbehörde.

Uber will gegen die Entscheidung Einspruch einlegen. Dafür hat das Unternehmen 21 Tage Zeit. In diesen drei Wochen kann der Dienst weiter Fahrten in London anbieten.

Uber-Chef Dara Khosrowshahi schrieb über Twitter, Uber habe in den vergangenen zwei Jahren an seinen Angeboten in London viele Veränderungen vorgenommen. Die Entscheidung der TfL sei „falsch“. Regionalmanager Jamie Heywood ergänzte, Uber werde die Software weiter verbessern, damit Gäste künftig nur noch von befugten Fahrern transportiert würden.

Kampf des Unternehmens mit der Behörde dauert schon Jahre

Der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan, begrüßte die Entscheidung der Behörde. In London gebe es viel Platz für innovative Unternehmen, jedoch müssten sich diese an die Regeln halten und die Kundensicherheit gewährleisten, twitterte er.

Uber ficht schon seit Jahren Kämpfe mit der Londoner Behörde aus. 2017 hatte sie einen Antrag auf Verlängerung der Lizenz abgelehnt, weil sie Mängel bei der Meldung von Straftaten und der Überprüfung des Fahrerhintergrundes gesehen hatte. Ein Richter gewährte dem Unternehmen 2018 aber eine Bewährungslizenz für 15 Monate, nachdem das Geschäftsmodell geändert worden war.

London ist in Europa der größte und prestigeträchtigste Markt für Uber. Der Fahrdienst ist auch in Berlin präsent. Inzwischen gibt es auch weitere Anbieter. Der Taxiverband beklagt derweil massive Umsatzeinbußen. (AFP/Reuters/Tsp)

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