Nach Rodungsstopp im Hambacher Forst : RWE-Mitarbeiter protestieren gegen drohenden Jobverlust

Am Montag wurde der Tagebau im Rheinischen Braunkohlerevier durch Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE behindert. Sie fürchten um ihre Arbeitsplätze.

RWE-Beschäftigte stehen vor dem Kraftwerk Neurath I. Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE haben Zufahrten zu den Tagebauen und Kraftwerken im Rheinischen Revier blockiert.
RWE-Beschäftigte stehen vor dem Kraftwerk Neurath I. Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE haben Zufahrten zu den Tagebauen und...Foto: Oliver Berg/dpa

Tausende Mitarbeiter des Energiekonzerns RWE haben am Montag Zufahrten zu den Tagebauen und Kraftwerken im Rheinischen Revier blockiert. Es ging um insgesamt sieben Standorte. An den Aktionen beteiligten sich nach Angaben der Energiegewerkschaft IG BCE insgesamt deutlich mehr als 4000 Beschäftigte.

„Die Kollegen haben Angst um ihre Zukunft und Arbeitsplätze“, sagte Gewerkschaftssprecher Manuel Rendla. Die Aktionen seien auch ein Signal an die Kohlekommission in Berlin: „Die Kommission sollte sehen, dass es hier um konkrete Ängste der Menschen vor Ort geht und nicht um irgendwelche Zahlen.“

RWE erwägt Stellenabbau

Nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp im Hambacher Forst erwägt RWE einen Stellenabbau. Am Braunkohletagebau Hambach hängen nach Unternehmensangaben 4600 Arbeitsplätze. Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte Anfang Oktober die Rodung des Hambacher Forsts bis zu einem endgültigen Urteil untersagt. RWE kündigte danach an, die Förderung im Tagebau zu drosseln. Die Kohlekommission soll bis Jahresende einen Fahrplan für ein Kohle-Aus festlegen und gleichzeitig klären, wie sich mit konkreten Projekten und Ansiedlungen der Wegfall von Zehntausenden Jobs kompensieren lässt.

Bei einer der Aktionen am Montag im Kreis Düren blockierten die Mitarbeiter am Montagmorgen auch die Landstraße 264. Die Polizei leitete daraufhin Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein, weil die Demonstration nicht angemeldet gewesen sei. Dadurch seien auch unbeteiligte Autofahrer behindert worden, sagte eine Polizeisprecherin. (dpa)

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