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Nach tödlichem Unfall : Arizona stoppt Betrieb von Uber-Roboterautos

"Verstörend und alarmierend" nennt Arizonas Gouverneur die Videobilder des tödlichen Unfalls einer Radlerin mit einem Uber-Auto und stoppte die Selbstfahrversuche. Auch Grafik-Spezialist Nvidia stellt nun Fahrten seiner selbstfahrenden Autos ein.

Experten untersuchen nach dem tödlichen Unfall mit einer Radlerin das Uber-Roboterauto.
Experten untersuchen nach dem tödlichen Unfall mit einer Radlerin das Uber-Roboterauto.Foto: REUTERS/NTSB

Nach dem tödlichen Unfall mit einem Roboterauto von Uber hat der US-Bundesstaat Arizona die Selbstfahrversuche des Fahrdienstvermittlers gestoppt. Die Videobilder des Unfalls seien "verstörend und alarmierend", schrieb Gouverneur Doug Ducey in einem Brief an Uber-Chef Dara Khosrowshahi. Deshalb seien die Verkehrsbehörden angewiesen worden, die Erlaubnis für Uber zum Einsatz seiner autonomen Fahrzeuge auf öffentlichen Straßen auszusetzen.

Auch der Grafik-Spezialist Nvidia stellte die Fahrten mit seiner Testflotte selbstfahrender Autos vorläufig ein. Man wolle erst aus dem Uber-Unfall lernen, erklärte Nvidia dem Sender CNBC am Dienstag. Zugleich sei die Firma weiterhin überzeugt, dass Roboterwagen auf lange Sicht viel sicherer als menschliche Fahrer sein würden.

Nvidia-Chips und -Software kommen in großem Stil bei Anwendungen mit künstlicher Intelligenz zum Einsatz. Auf dieser Basis entwickelt der Konzern auch Technologie zum autonomen Fahren und kooperiert dabei unter anderem mit Volkswagen. Die Aktie von Nvidia verlor nach der Ankündigung zeitweise rund drei Prozent.

Die Polizei hatte nach dem Unfall vom 18. März, der die Debatte über die Sicherheit des autonomen Fahrens neu anfachte, Videoaufnahmen von den letzten Sekunden vor dem Zusammenstoß mit einer Fußgängerin in der Stadt Tempe veröffentlicht. Diese scheinen zu belegen, dass sich die Fahrerin des Uber-Autos offenbar auf die Selbstfahrfunktion des Wagens verließ. Die 49-Jährige Fußgängerin erlag nach dem Unfall im Krankenhaus ihren Verletzungen.

Das Video werfe "viele Fragen über die Fähigkeit von Uber auf, in Arizona weiter zu testen", schrieb Ducey. In den USA sind die einzelnen Bundesstaaten für die Regulierung der öffentlichen Straßen zuständig, autonome Fahrzeuge sind bislang nur in einigen wenigen zugelassen. Arizona hatte sich dabei zuletzt neben Kalifornien als besonders technologiefreundlich hervorgetan - der Bundesstaat hofft, so Hightech-Konzerne anlocken und Arbeitsplätze in der zukunftsträchtigen Branche schaffen zu können.

Uber selbst hatte nach dem Unfall den Betrieb seiner Roboterautos vorläufig auf Eis gelegt. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen an, "vollständig mit den örtlichen Behörden" zu kooperieren, um den Unfall aufzuklären. Nach Einschätzung der Polizei wäre der Unfall auch in einem anderen Fahrmodus nur schwer zu vermeiden gewesen. Die Fußgängerin sei "aus dem Schatten direkt auf die Straße gekommen", sagte Polizeichefin Sylvia Moir dem "San Francisco Chronicle". (AFP)

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