Onlinehändler gegen Tarifvertrag : Verdi ruft erneut zu Streiks bei Amazon auf

Die Gewerkschaft kämpft seit Jahren für einen Tarifvertrag beim Online-Händler. Beschäftigte legen an mehreren Standorten die Arbeit nieder.

Versandfertige Pakete im Logistikzentrum in Rheinberg (Nordrhein-Westfalen).
Versandfertige Pakete im Logistikzentrum in Rheinberg (Nordrhein-Westfalen).Foto: Ina Fassbender/dpa

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat erneut zu Streiks beim US-Onlinehändler Amazon aufgerufen. Wie die Gewerkschaft am Donnerstag mitteilte, legten Beschäftigte an den Standorten Rheinberg und Werne in Nordrhein-Westfalen, im hessischen Bad Hersfeld sowie in Koblenz und Leipzig die Arbeit nieder. In Koblenz sollen die Streiks demnach bis Freitag andauern, an den übrigen Standorten bis Samstag.

"Die Beschäftigten streiken, weil sie existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen durchsetzen wollen", erklärte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die Arbeitsniederlegungen fänden zudem im Zeichen der aktuellen Tarifrunde im Einzel- und Versandhandel statt. Verdi fordert dabei 6,5 Prozent mehr Lohn, mindestens aber 163 Euro beziehungsweise einen Euro mehr pro Stunde.

Verdi kämpft seit Jahren dafür, dass die Amazon-Beschäftigten einen Tarifvertrag bekommen und nach dem Tarif für den Einzel- und Versandhandel bezahlt werden. Amazon argumentiert stets, das Unternehmen sei auch ohne Tarifvertrag "ein fairer und verantwortungsvoller Arbeitgeber" und zahle am oberen Ende dessen, was für vergleichbare Tätigkeiten üblich sei. (AFP)

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