Postzustellung : Je seltener, desto öko

Womöglich werden Briefe nur noch an fünf Tagen zugestellt. Den Kunden könnte man das schmackhaft machen - mit den richtigen Argumenten. Ein Kommentar.

Briefe zur Auslieferung stapeln sich in Köln
Briefe zur Auslieferung stapeln sich in KölnFoto:Oliver Berg / DPA

Immer teuer werden und immer weniger Leistung bringen, das ist nicht unbedingt ein Konzept, mit dem man seine Kundschaft entzückt. Und doch kommt es vor. Jetzt etwa bei der Post. Gerade zum Juli erst wurde das Porto spürbar angehoben, jetzt wird darüber diskutiert, von sechs auf fünf Zustelltage runterzugehen.

Was erst mal wie eine glatte Frechheit klingt, könnte dennoch in der Bevölkerung sogar Akzeptanz finden, wenn man es ihr mit den richtigen Argumenten schmackhaft macht. Nicht mit dem Verweis auf das „europäische Recht, das im Rahmen des Universaldienstes eine Zustellung an fünf Tagen pro Woche“ für ausreichend hält, oder auf die von Konkurrenz geplagte wirtschaftliche Lage des Konzerns Deutsche Post DHL.

Sondern mit dem Verweis auf das Klima. Die Post wird immer noch mit Autos herumgefahren, in der Stadt zu den Ablagekästen, wo die Fahrradboten sie rausholen, auf dem Land bis vor die Tür der Empfänger. Wenn diese vielen Fahrten einen Tag in der Woche ausbleiben würden, könnte das die Post bei ihrem löblichen, wenn auch langfristigen Vorhaben, die Vision einer „Null-Emissionen-Logistik“ zu verwirklichen, einen flotten Schritt vorwärtsbringen.

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