Quartalsbilanz : Telekom rutscht in die Verlustzone

Die Deutsche Telekom ist wegen der Belastungen durch den Personalabbau im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Mit zwei Marken will der neue Vorstand Obermann den Magenta-Riesen in eine profitablere Zukunft steuern.

Bonn - Der Fehlbetrag belaufe sich auf 898 Millionen Euro nach einem Überschuss von 991 Millionen Euro ein Jahr zuvor, teilte das Unternehmen mit. 32.000 Mitarbeiter sollen bis Ende kommenden Jahres die Telekom verlassen, was im vergangenen Jahr nach Angaben eines Sprechers eine Belastung von 2,8 Milliarden Euro verursachte. Der Konzern führt den Abbau über Abfindungen und Frühpensionierung durch.

Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) sank belastet vom Deutschlandgeschäft um 12,5 Prozent auf 4,55 Milliarden Euro, während der Umsatz um 2,4 Prozent auf 15,9 Milliarden Euro zulegte. Die Deutsche Telekom ringt auf ihrem Heimatmarkt mit dem harten Wettbewerb, der die Margen in allen Geschäftsfeldern unter Druck setzt. Trotz des Gewinnrückgangs will die Telekom für das abgelaufene Geschäftsjahr eine unveränderte Dividende von 0,72 Euro zahlen.

Künftig mit Zweimarken-Strategie

Mit einem vereinfachten Markenauftritt, einer neuen Medienplattform und einem verbesserten Kundenservice will die Deutsche Telekom Kunden zurückgewinnen. "Wir wollen mit unserer Strategie eine langfristig stabile positive Entwicklung des Konzerns erreichen", sagte Vorstandschef René Obermann. Kernpunkt der neuen Strategie ist unter anderem ein Zweimarken-Auftritt. T-Home wird dabei künftig für Angebote zu Hause stehen und T-Mobile für Angebote unterwegs. Bislang waren im Festnetzgeschäft die Telekom-Produkte unter T-Com geführt worden. Im Privatkundenmarkt sollen bis Ende 2010 rund 1,5 Millionen Kunden für internetbasiertes Fernsehen gewonnen werden.

Dabei würden 50 Städte an das Hochgeschwindigkeitsnetz (VDSL) der Telekom angeschlossen. Zusätzlich werden 750 weitere Städte mit einer aufgerüsteten DSL-Technologie (ADSL2+) erschlossen. Ein weiterer Schwerpunkt zur Stärkung der Position auf dem deutschen Markt sei die Verbesserung des Kundenservices. Die Bündelung der Call-Center, der technischen Infrastruktur und des technischen Kundendienstes in eigenständige Einheiten des Konzerns (T-Service) diene der Verbesserung der Dienste. Hierdurch sollen möglichst viele Arbeitsplätze im Konzern erhalten werden.

50.000 Mitarbeiter zu T-Service Um den Personalüberhang abzubauen will eine Tochterunternehmen gründen. In die konzerneigene Gesellschaft T-Service sollten rund 50.000 Mitarbeiter ausgelagert werden, sagte Telekom-Chef René Obermann bei der Vorlage der Bilanzzahlen des Konzerns in Bonn. Bisher war von der Auslagerung von etwa 45.000 Mitarbeiter die Rede gewesen. Die von Obermann nun genannte Zahl liegt aber niederiger als die von 60.000, die von Gewerkschaten befürchtet wurde. Die genaue Zahl sei aber noch von verschiedenen Einflüssen abhängig, unter anderem von den Verhandlungen mit den Gewerkschaften. (tso/dpa)

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